Leicht erklärt

Das Emmaus-Erlebnis

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Nach dem Tod Jesu verlassen zwei Jünger Jesu deprimiert Jerusalem und wandern Richtung Emmaus. Unterwegs stößt ein Fremder zu ihnen, der sie ausfragt und ihnen dann die Geschehnisse erläutert; der genau erklären kann, warum alles so kommen musste, bis zum Tod Jesu am Kreuz. Das fasziniert sie und sie bitten ihn, sie in die Herberge zu begleiten.

Und plötzlich geht ihnen ein Licht auf: In dem Moment, in dem der Fremde beim Abendbrot das Brot segnet und ihnen reicht, genauso, wie es Jesus beim letzten Abendmahl einige Tage zuvor getan hat, erkennen sie ihn. Die beiden Jünger wissen, dass es der auferstandene Jesus ist, der da bei ihnen sitzt.

Sie haben ihr sprichwörtliches Emmaus-Erlebnis: Sie erkennen, dass Jesus lebt und den Tod überwunden hat. Sie kehren nach Jerusalem zurück, um dem trauernden Kreis der anderen Jünger die frohe Kunde zu bringen. „Der Tag der Auferstehung Jesu wird so auch für sie zur Auferstehung aus Trauer und Zweifel hin zum Glauben und einem neuen Leben“, schreibt  die Theologin Sabine Pemsel-Maier in einem Beitrag über die Emmaus-Geschichte, die im Lukas-Evangelium erzählt wird.

Das ist der Kern der Geschichte: Die Begegnung mit Jesus in Emmaus ist ein Ereignis, das alles verändert. Denn es wird aus Unverständnis  Erkenntnis, „aus Ungewissheit Gewissheit, aus Trauer Freude, aus Verzweiflung Hoffnung“, so Sabine Pemsel-Maier.

Christen heute sind aufgefordert, sich von diesem Emmaus-Erlebnis anstecken zu lassen. Auch sie dürfen daran glauben, dass Jesus auferstanden ist, und dass sie und ihre Liebsten auferstehen werden. Darin liegt Hoffnung.

Heutzutage können sich immer wieder Menschen neu mit den Emmaus-Jüngern identifizieren, sagt die Theologin: Menschen, die Zuversicht verloren hatten und wieder neuen Halt bekommen; Menschen, die von der Kirche enttäuscht worden sind und die wieder zu ihr zurück finden; Menschen in der Depression, die wieder Lebensmut schöpfen.

Die Kirchengemeinde Schmerzhafte Mutter in Icker (Kreis Osnabrück) hat eine Abschiedskapelle auf dem Friedhof zum Versammlungsort gestaltet. Dort findet im April ein Nachmittag zum Thema „Emmaus entdecken“ statt, eine „Spurensuche mit Emmaus-Text und Bildern“. Grundlage ist der Bibeltext aus dem Lukasevangelium (24,13-35) und der von Wolfgang Herich gemalte Emmaus-Zyklus. Beginn ist am Samstag, 15. April, um 15 Uhr in der Emmaus-Kapelle, Icker Kirchweg 1, Ende gegen 19 Uhr mit Brot und Wein im Pfarrheim.

Andrea Kolhoff