Zum 100. Geburtstag in Osnabrück
Ein Abend für Lothar Zenetti
Foto: kna-bild
Lothar Zenetti in einer undatierten Aufnahme. Der Priester hat viel Kirchenlieder geschrieben.
Warum ein Abend für Lothar Zenetti?
Ich habe Ende der 1960er Jahre in Frankfurt St. Georgen studiert. Die Hochschule ist nur wenige Kilometer entfernt gewesen von der Gemeinde, in der Lothar Zenetti Pfarrer war. Dort bin ich öfter gewesen und habe ihn so kennengelernt. Das waren immer sehr lebendige Gottesdienste. Die Musik und seine Texte haben mich fasziniert.
Und jetzt wollen Sie an ihn erinnern?
Ich habe beim Blick in den Kalender irgendwann festgestellt, dass am 6. Februar sein 100. Geburtstag wäre. Er ist ja schon 2019 gestorben. Das habe ich in der ökumenischen Pastorenrunde angesprochen und bin auf viele Kollegen gestoßen, die ebenfalls um ihn wussten – zum Beispiel haben sie seine Texte im Konfirmationsunterricht behandelt. So kam eben die Idee: Wir machen mal einen Abend dazu. Den habe ich jetzt mit dem evangelischen Pastor Kurt Michael Tamm vorbereitet.
Was ist für Sie Zenettis bekanntestes Lied?
Da kann ich mich gar nicht auf eins beschränken. Schon der Titel unseres Abends ist eine Liedzeile: „Was keiner wagt, das sollst du wagen.“ Dann aus dem Gotteslob natürlich: „Das Weizenkorn muss sterben, sonst bleibt es ja allein.“ Dann noch: „Tanzen will ich“, das ist eine Adaption des Sonnengesangs von Franziskus. Und im evangelischen Gesangbuch ist auch noch ein Text zur Eucharistie, über das Brot. Das habe ich mir auch noch ein bisschen angeschaut. Dazu kommt noch eine ganze Reihe weiterer Lieder, die ich jetzt im Zusammenhang mit der Vorbereitung kennengelernt habe. Das sind schon tolle Texte.
Sie haben ja schon gesagt, dass Sie ihn persönlich gekannt haben.
Ja, er war damals so ein „guter 40er“, sag ich mal, aber auch in der Höhe seiner Jahre. Und er hatte einen sehr einfachen, schlichten, aber ansprechenden Stil. Er war sehr bedacht, aber auch sehr nah und emotional. Also nicht etwas Aufgesetztes, sondern eher sehr Zurückhaltendes, aber mit ganz viel Gehalt. Das empfand ich in der Zeit als eine besondere Farbe, die er reinbrachte.
Wie ist der Ablauf am 6. Februar?
Der Gottesdienst ist in einzelne Abschnitte unterteilt, die von seinen Texten getragen werden und durch kleinere Kommentare getrennt sind. Zwischendurch ist immer Musik. Mal vom Piano, mal von der Orgel, mal vom Chor. Und die Gemeinde wird auch was zu singen haben.
Wie lange wird das dauern?
Ich rechne mit etwa 90 Minuten. Jeder, der den Gottesdienst verlässt, sollte voll davon sein.
Zwei Tage später wird die St.-Franziskus-Kirche profaniert. Greifen Sie das auf?
Es gibt einen ganz bekannten Text von ihm: „Frag 100 Katholiken, was das Wichtigste ist in der Kirche. Sie werden sagen, die Messe. Dann frag 100 Katholiken, was ist das Wichtigste in der Messe. Sie werden sagen, die Wandlung. Also folgere ich, das Wichtigste in der Kirche ist also die Wandlung. Nein, es muss alles bleiben, wie es ist…“ – Das greifen wir auf, denn dieser Wandel hat nun ganz praktisch mit dem Kirchenraum St. Franziskus zu tun. Wir möchten eine Hoffnungsspur mit auf den Weg geben, auch wenn die Geschichte dieses Kirchenraums nun zu Ende geht. Niemand sollte deshalb in Trübsal versinken.
Nehmen Sie Eintritt?
Nein, es ist ja ein Gottesdienst. Am Ende bitten wir um eine Spende.
Rechnen Sie mit einem Platzproblem?
Eher nicht (lächelt). Die Kirche hat 500 Sitzplätze. Das sollte reichen.
Musik und Texte zum 100. Geburtstag von Lothar Zenetti am Freitag, 6. Februar, 20 Uhr in der Kirche St.-Franziskus, Osnabrück-Dodesheide, Bassumer Straße 34. Mitwirkende sind Maria Brickwedde, Anne Christophers, André Dierker, Roland Juchem, Heiner Langewand, Veronika Lausch, Reinhard Molitor, Sigrid Pees-Ulsmann, Angelika Rahe, Petra Schnieber, Cord-Michael Thamm, Andrea Tüllinghoff.
Musikalische Begleitung: Dominique Sauer
Chor der Pfarrei Christus-König (Ltg. Joachim Bodde)
Querflöte und Gesang: Ivonne Peitz
Orgel: Andres Klöpper