7-Wochen-Fastenaktion für Paare
Ja zur Liebe, Ja zum Streit

Grafik: vbp
Die 7-Wochen-Aktion in der Fastenzeit wird von der Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung organisiert.
Die 7-Wochen-Aktion passt perfekt in die heutige Zeit, findet Stefanie Uphues. „In jedem Buchladen gibt es Ratgeber für mehr Achtsamkeit und fast jeder Kalender kommt heute mit einem Impulsgedanken daher“, sagt sie. Doch die Briefe zur Fastenzeit der Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung sind mehr als das: Sie schenken Paaren und Familien gemeinsame Zeit – und vereinen dabei das manchmal hektische Leben mit dem christlichen Glauben.

Uphues nimmt in diesem Jahr mit ihrem Mann zum dritten Mal an der Aktion teil. Von Aschermittwoch bis Ostern erhalten die Teilnehmer wöchentlich per Post oder E-Mail einen Brief mit Bildern, Geschichten, persönlichen Texten und spirituellen Impulsen. Die Briefe richten sich an Paare oder an Eltern, die zusammen mit ihren Kindern die Fastenzeit gestalten möchten.
Das hat auch Stefanie Uphues und ihren Mann vor zwei Jahren dazu bewegt, zum ersten Mal bei der 7-Wochen-Aktion mitzumachen. „Wir haben schon immer versucht, die Fastenzeit für uns bewusst zu gestalten“, sagt Uphues, die als Referentin für Katechese und Internetseelsorgerin beim Bistum Münster arbeitet. In der Regel verzichten sie und ihr Mann in dieser Zeit auf Alkohol und Süßigkeiten. „Die Fastenzeit ist aber nicht nur die Zeit, in der wir etwas reduzieren sollten“, sagt sie. Vielmehr möchte sie in diesen sieben Wochen bewusster leben. „Und dazu trägt die Aktion bei: ein bewusstes Gespräch mit meinem Mann führen. Sich über Dinge unterhalten, die mit meinem Leben und meinem Glauben zu tun haben.“
Stefanie Uphues und ihr Mann sind seit 26 Jahren ein Paar, 21 Jahre davon sind sie verheiratet. Sie haben zwei Kinder, die 12 und 15 Jahre alt sind. „Da denkt man, man weiß schon ganz viel voneinander. Aber gleichzeitig gibt es im Alltag viele Dinge, über die wir nicht mehr sprechen, Erlebnisse, die wir nicht direkt miteinander teilen“, sagt Stefanie Uphues. Als Eltern stünden oft ihre Kinder im Mittelpunkt und sie seien mit der täglichen Organisation beschäftigt.
„Ich dachte, mein Mann merkt das gar nicht. Aber doch! Er sagte mir, wie sehr es ihn beschäftigt“
In der Fastenzeit möchten sie diese Routinen durchbrechen. Ganz bewusst nehmen sie sich als Paar die Zeit, sich einmal in der Woche abends mit den Impulsbriefen zu beschäftigen. Stefanie Uphues erinnert sich an ein Gespräch zum Thema Streit und Konflikte, das sie mit ihrem Mann geführt hat. „Wir sind beide sehr harmonische Menschen. Wir streiten nicht häufig – und können es auch nicht gut“, sagt sie. An diesem Abend fragten sich die beiden: Was führt zu Konflikten zwischen uns? Welche Streitpunkte liegen vielleicht dahinter? Geht es um den Müll, der nach draußen gebracht werden muss – oder ist da doch noch mehr? „Und woran liegt es, dass wir überhaupt nicht gut streiten können? Das haben wir uns beide gefragt“, sagt Uphues.
Der Impuls aus den Briefen der 7-Wochen-Aktion hat dazu geführt, dass sie offen miteinander gesprochen haben. „Ich ziehe mich aus einem Konflikt oft zurück. Wir lassen die Worte dann einfach im Raum stehen“, sagt Uphues. „Und ich dachte, mein Mann merkt das gar nicht. Aber doch! Er sagte mir, wie sehr es ihn beschäftigt, wenn der Streit so in der Luft hängt. Das war für mich neu.“ Die Eheleute überlegten gemeinsam, wie es ihnen besser gelingen könnte, Probleme auszudiskutieren. „Da waren die Impulse wirklich hilfreich“, sagt Uphues.
In diesem Jahr steht die 7-Wochen-Aktion in der Fastenzeit unter dem Motto „7 Wochen Ja sagen“. Es geht um das Ja zur Liebe, zur Partnerschaft. Die Frage nach dem „Ja für immer“ in der Ehe. Aber auch um das Ja zum Altwerden oder um das Ja in Krisen wie Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Tod der Eltern. Geschrieben wurden die Texte von Referenten aus der Familienpastoral oder der Ehe-, Familien und Lebensberatung aus verschiedenen Bistümern. Das schätzt Stefanie Uphues: „Man merkt es den Briefen an, dass sie von Menschen kommen, die selbst als Paar oder als Familie leben. Die Stücke sind immer sehr anschaulich und es fällt leicht, an das eigene Leben anzudocken.“
Zur Sache:
Die 7-Wochen-Aktion in der Fastenzeit wird von der Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung organisiert. Die Briefe werden wöchentlich in der Fastenzeit verschickt – auch per E-Mail oder über einen Link auf das Smartphone. Dafür ist auch jetzt noch eine Anmeldung im Internet möglich: www.7wochenaktion.de