Ortsgruppe mit anderem Konzept erfolgreich
Kfd Geeste auf neuen Wegen
Foto: privat
Daumen hoch für die Frauengemeinschaft im emsländischen Geeste: Mit einem neuen Konzept konnte die Ortsgruppe weitermachen.
Ein wenig stolz schauen Teamsprecherin Veronika Vieth und Beisitzerin Waltraud Vehring auf das jüngste Programm der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) in Geeste. Vielfältige Angebote für Jung und Alt stehen darin, vier Seiten im DIN‑A5‑Format, farbig ansprechend gestaltet auf dickem Papier, mit allen wichtigen Kontaktadressen: „Da hat man etwas Gutes in der Hand“, sagt Vieth und freut sich schon auf Ausflüge, eine Bingo-Nacht, Vorlese-Zeiten und Treffen im Advent. Und sie ist sicher, dass viele Frauen dazu kommen werden.
„Viele Türklinken geputzt“
Im Herbst 2024 sehen die zwei Geester Frauen nicht so optimistisch in die Zukunft ihrer kfd‑Ortsgruppe. Da hat die Frauengemeinschaft keinen Vorstand mehr. „Und wir haben wirklich Türklinken geputzt“, bringt Veronika Vieth die intensive Suche nach einem neuen Leitungsteam auf den Punkt. „Wir haben so viele gefragt und niemanden gefunden, der sich dazu bereit erklärt hat – auch wenn viele Gründe für die Absage sicher nachvollziehbar waren“, ergänzt Waltraud Vehring.
Doch einfach aufgeben und vielleicht sogar die Auflösung der Frauengemeinschaft in Kauf zu nehmen – das kommt für die beiden Frauen überhaupt nicht infrage. „Es war unser Herzenswunsch, dass es weitergeht mit der kfd bei uns“, sagt Vehring. Ein Dorf ohne Frauengemeinschaft, das können sie sich beim besten Willen nicht vorstellen. Denn der Verein mit gut 230 Mitgliedern sorgt für sozialen Zusammenhalt, für ein gutes Miteinander und gestaltet das Gemeindeleben aktiv mit. „Geeste wäre ärmer ohne die kfd“, findet Vieth.
Also fragen sich Vieth und Vehring: Was können wir ändern? Welche neuen Wege müssen wir gehen? Bei Gesprächen mit anderen Frauen hatten sie gespürt, dass manche vor der zeitlich herausfordernden Vorstandsarbeit zurückschrecken – zumal, wenn sie noch in der Familien- und Berufsphase stecken. Auf Anregung der früheren geistlichen Begleiterin Annegret Marien entwickeln sie daher die Idee, die Arbeit auf noch mehr Schultern zu verteilen: durch viele Teams für verschiedene Aufgaben und Projekte.
Zuversichtlich nach vorn blicken
Genau das erklären sie dann in einem Brief und einem selbst entworfenen Flyer, in dem sie zu einem Treffen im Pfarrheim einladen. „Das hat es echt gebracht“, sagt Vehring im Rückblick. 1000 Stück lassen sie drucken, verteilen sie mithilfe des alten Vorstands nach Straßenlisten in alle Haushalte: ganz gleich welcher Herkunft, Religion und Konfession, ob schon Mitglied oder nicht. „Wir wollten bewusst alle ansprechen“, erklärt Vieth. Und das in einem Ton, der schon deutlich, aber weder jammernd noch anklagend klingt – sondern zuversichtlich nach vorn blickt.

Das kommt offenbar gut an, denn an dem Abend sitzen fast 60 Frauen im Saal. Und fast 40 von ihnen erklären sich gleich bereit, in neun Teams und den weiteren Gruppen mitzumachen. Es gibt etwa Arbeitskreise für den Karneval und den Weltgebetstag, für den adventlichen Nachmittag und die Ausflüge, zum Basteln und Fahne tragen. „Und dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Es werden sich bestimmt noch weitere Teams bilden“, sagt Vieth heute.
Diese große Beteiligung ist für andere Frauen im Pfarrheim so überzeugend, dass sich mehrere am gleichen Abend noch für den Vorstand melden. Das Leitungsteam ist wieder komplett. Hat denn der Vorstand nun nichts mehr zu tun? Vieth und Vehring, die unter diesen Umständen auch beide weitermachen, schmunzeln ein wenig. Sie fühlen sich deutlich entlastet, aber auf der Liste des Leitungsteams stehen schon noch einige Aufgaben: die Begleitung und Beratung der Teams, die Koordination, der Kontakt zu der Regional- und Diözesanebene, „der Blick auf das Ganze eben“.
Ein Preis für den neuen Weg
Dazu zählt gleichfalls die Kommunikation mit den Mitgliedern, denn auch da geht die kfd Geeste neue Wege. Es gibt nicht nur das optisch gut gestaltete Programmheft, das nach wie vor jede kfd-Frau im Briefkasten findet, und weiterhin Ankündigungen im Pfarrbrief, sondern zusätzlich einen WhatsApp-Channel. Über solch einen Kanal können Vereine, Unternehmen oder Organisationen Informationen, Fotos oder Videos senden – die die Abonnenten lesen, aber nicht selbst beantworten können. In Geeste funktioniert das gut, fast 200 Followerinnen bekommen dort zeitnah Neuigkeiten und kurze Nachberichte auf ihre Handys. Und reagieren mit vielen „Smileys“. Mit diesem Gesamtpaket konnte die kfd bislang nicht nur die Zahl der Kündigungen stoppen, sondern auch neue Mitglieder gewinnen.
Was steht jetzt auf der To-do-Liste? „Der Prozess ist nicht abgeschlossen“, sagen beide übereinstimmend. Sie empfinden es als wichtig, die Angebote der kfd auf die jeweilige Lebenssituation der Frauen noch mehr abzustimmen. Es ist ihrer Ansicht nach gut und richtig, Aktionen mehr für jüngere Frauen zu planen – die deren Kalender besser im Blick haben. „Aber wir dürfen die Älteren nicht vergessen, das sind oft die treuen Pfeiler der Gruppen.“
Und dann steht noch eine angenehme Aufgabe auf der Liste, denn für ihren neuen Weg hat die Frauengemeinschaft Geeste kürzlich einen Preis des kfd‑Bundesverbandes gewonnen, bei der Marianne-Dirks-Stiftung. 1000 Euro gab es dafür. Was nun damit passieren soll, muss noch entschieden werden. Waltraud Vehring: „Etwas, das bleibt und von dem alle Geesterinnen und Geester etwas haben