Stellungnahme von Bischof em. Bode

Meldungen falsch eingeschätzt

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Bischof Bode am Ambo
Nachweis

Foto: Bistum Osnabrück/Christof Haverkamp

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Der frühere Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode hat sich nach der Studie zu geistlichem Missbrauch zu Wort gemeldet.

Er war der Verantwortliche im Bistum Osnabrück, als die sogenannte "Christusgemeinschaft" mehr und mehr auffällig wurde. In ihren Reihen kam es zu geistlichem Missbrauch. Kurz vor seinem Rücktritt schob Bischof Franz-Josef Bode noch eine Studie dazu an, die ihm selbst ein schlechtes Zeugnis ausstellt. Jetzt hat er eine Stellungnahme veröffentlicht. Sein lang anhaltender Versuch, die Gruppe im Dialog in die Pastoral des Bistums zu integrieren, sei leider gescheitert. Die Erklärung im Wortlaut.

Stellungnahme von Bischof em. Franz-Josef Bode zur Studie „Macht durch Charisma. Geistlicher Missbrauch in Geistlichen Gemeinschaften“:

„Als ich Bischof von Osnabrück wurde, fand ich eine sehr unklare Bewertung der sogenannten Christusgemeinschaft vor. Ich habe mich dann in den Jahren meiner Zeit als Bischof in mehreren Anläufen um eine Wahrnehmung und Wertung dieser Gruppe bemüht, zu der Priester, Diakone, viele Thuiner Schwestern und Laien verschiedener Lebenssituation gehörten. Mein langanhaltender Versuch, im Dialog die Gruppe in die Pastoral unseres Bistums zu integrieren, ist leider gescheitert. Ich bedaure sehr, dass ich nicht eher die „Reißleine“ gezogen habe, und es tut mir sehr leid, wenn dieses Zögern dazu beigetragen hat, dass Menschen in der CG nicht davor bewahrt wurden, in ihrer Persönlichkeit Schaden zu nehmen. 

Ich habe lange Zeit die Meldungen von Betroffenen nicht richtig eingeschätzt und stattdessen die Möglichkeit eines gemeinsamen Weges mit der „Christusgemeinschaft“ gesucht. Einige führende Priester waren schon vor meiner Zeit als Bischof geweiht. Die von mir geweihten sind nach denselben Kriterien für die Eignung zum Priesteramt geweiht worden, wie alle anderen Kandidaten. Allein die Tatsache, der CG nahezustehen, galt damals nicht als Weihehindernis. Leider ist der Abbruch des Dialogs mit der CG und der endgültige Ausschluss aus der AG der Geistlichen Gemeinschaften viel zu spät erfolgt. Auch die Konsequenzen für Einzelne wurden nicht weit genug gezogen. 

Erst später habe ich die Bedeutung und Schwere des Phänomens geistlichen Missbrauchs erkannt und den Kampf dagegen mit Einrichtung unseres diözesanen Schutzprozesses gegen sexualisierte Gewalt und geistlichen Missbrauch im Jahr 2019 ausdrücklich auf unsere Bistumsagenda gesetzt. Auch in der Bischofskonferenz habe ich mich – besonders über die Frauenkommission, der ich vorstand – dafür eingesetzt, dass geistlicher Missbrauch in der Seelsorge auch kirchenrechtlich geahndet wird. Die nun vorliegende Studie habe ich noch mitinitiiert, um Geschehenes aufzuarbeiten, das Phänomen geistlicher Missbrauch künftig besser beschreiben und Gefahren früher erkennen zu können.

Das alles entschuldigt nicht mein früher zögerliches Verhalten und meine Fehleinschätzungen, insbesondere den Betroffenen gegenüber, die sich zum Teil in akuter Not an mich gewandt hatten. Heute noch einmal mit ihrem Leid konfrontiert zu sein, erschüttert mich sehr.“