Was uns diese Woche bewegt
Neuer alter Nachbar
Mancher hatte ihn auf dem Zettel, die meisten dürften aber doch überrascht gewesen sein, als heute (26. März) Heiner Wilmer als neuer Bischof von Münster präsentiert wurde. Der bisherige Bischof von Hildesheim ist ein Osnabrücker Bistumskind und stammt aus Schapen im Emsland – schon vor seiner Bischofsweihe 2018 war diese Hintergrundgeschichte ein großes Thema. Und als er vor wenigen Wochen zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt wurde, gratulierte man aus Schapen per Video.
Mit langem Applaus wurde er im Dom zu Münster begrüßt, eine Welle der Sympathie kam ihm entgegen, als er nach der Einleitung durch Dompropst Köppen ans Mikro ging. Bewegend seine Worte an die neuen Diözesanen ("Es bewegt mich, wie viele Beterinnen und Beter für einen neuen Bischof gebetet haben"), bewegend die an die bisherigen ("Die Menschen im östlichen Teil Niedersachsens sind mir nahe und vertraut geworden"), bewegend aber auch seine Bitte um den Segen der Gläubigen für sich selbst, bevor er wiederum das Gottesvolk im Dom und an den Bildschirmen segnete.
Die Osnabrücker können sich freuen, dass der spirituell geprägte Bischof in ihrer Nachbarschaft verbleibt, nur die Himmelsrichtung ist jetzt die andere. Die Schapener dürften zufrieden sein, dass er vielleicht öfter mal einen Abstecher nach Hause macht. Er selbst wird sich vielleicht darauf freuen, ab und zu am Grab der seligen Schwester Euthymia zu beten, zu der er eine besondere Beziehung hat, wie er selbst sagte. Sie stehe für eine Kirche, die nicht herrscht, sondern dient.
Ein guter Anfang.