Schon Christian Wulff war zu Gast

Podcast „Friedensreiter“ des LWH Lingen

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Drei Männer sitzen vor einem Greenscreen an Mikrofonen
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Foto: LWH

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Auch der frühere Bundespräsident Christian Wulff war schon zu Gast bei dem Lingener Podcast.

Frieden ist und bleibt möglich, wenn wir uns alle darum bemühen. Das möchte ein Podcast des Lingener Ludwig-Windthorst-Hauses deutlich machen. Mittlerweile verzeichnen die digitalen Audio- und Videobeiträge mit Gästen aus Politik, Medien und Kirche über 250 000 Zugriffe.

„Friedensreiter“ heißt der Podcast, den der Direktor des Lingener Ludwig-Windthorst-Hauses, Marcel Speker-Underbrink, und der stellvertretende Direktor des Hamburger Instituts für Theologie und Frieden, Jochen Reidegeld, als Gemeinschaftsprojekt organisieren. Mit dem Namen des Formats erinnern sie an jene Männer, die gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) zu Pferd zwischen Münster und Osnabrück pendelten und den Abschluss des Westfälischen Friedens in ganz Europa verbreiteten. „Das macht doch deutlich, dass in einer damals kaum lösbaren Situation mit viel Ausdauer und gutem Willen Frieden möglich war“, sagt Speker-Underbrink. Und sieht darin Vorbild und Ansporn für heute.

Das ist das Hauptmotiv, warum Speker-Underbrink und Reidegeld den Podcast ins Leben gerufen haben. Die Themen für die Beiträge auf YouTube oder Spotify standen für sie aus persönlichem Interesse und beim Blick auf oft wenig ermutigende Schlagzeilen schnell fest: Außen- und Sicherheitspolitik, die Suche nach Frieden, die Frage nach gesellschaftlichem Zusammenhalt. Der Fokus liegt dabei auf einer christlich-friedensethischen Perspektive. „Das ist unser Ansatz, da haben wir einen anderen Zugang als sonstige Formate“, sagt der LWH-Direktor.

34 Folgen gibt es bislang im Internet zu hören und zu sehen. Schon der erste Beitrag mit Carlo Masala, Politikwissenschaftler und Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken, über eine verantwortliche Außenpolitik überraschte die Initiatoren mit fast 18 000 Zugriffen. Auch bei den Beiträgen mit Georg Gänswein, Privatsekretär bei Papst Benedikt XVI. und jetzt Apostolischer Nuntius im Baltikum, dem früheren Bundespräsidenten Christian Wulff oder Pater Nikodemus Schnabel, Ostkirchenexperte und Abt der Dormitio-Abtei in Jerusalem, saßen viele Zuhörer und Zuschauer vor Tablet und PC. Speker-Underbrink und Reidegeld nutzen bei der Suche nach ihren Gesprächspartnerinnen und -partnern persönliche Netzwerke – oder fragen einfach mal an.

So unterschiedlich wie die Gäste sind die Themen. Und die findet das Moderatoren-Duo entweder beim Blick in die täglichen Nachrichten, bei dem eigenen Empfinden über relevante Themen oder zu grundsätzlichen Fragen. Da geht es mal um die sicherheitspolitische Lage seit dem Ukrainekrieg und die Konsequenzen für Deutschland oder um die ersten 100 Tage der US-Regierung, ein anderes Mal um die humanitäre Katastrophe im Sudan oder um die Frage, „ob wir zu faul sind für Wohlstand und Zusammenhalt“, wie sich der Gast Oliver Stetter vom Institut der deutschen Wirtschaft fragt.

Zwischendurch unterhalten sich die beiden Moderatoren „entre nous“, also unter sich, über für sie wichtige Themen. Wie bei den anderen Beiträgen kommt es ihnen dabei nicht darauf an, immer einer Meinung zu sein. Sie wissen genau, dass manche Gäste und manche Themen durchaus polarisieren. „Aber das darf sein“, sagt Speker-Underbrink. „Wir müssen lernen, unterschiedliche Meinungen auszuhalten, und das darf dann nicht in persönlichen Anfeindungen enden.“ Auch das gehört bei der Suche nach Frieden dazu.

Petra Diek-Münchow