Was uns diese Woche bewegt
Sie hinterlassen Lücken
Anfang Januar hatte ich eine besondere Begegnung mit mehreren Ordensschwestern in Münster. Der Orden der Clemensschwestern feierte die Einführung eines neuen Spirituals, aus familiären Gründen war ich dazu eingeladen. Es war beeindruckend zu sehen, wie sehr sich die meist älteren Ordensfrauen über den neuen Begleiter freuten. Und wie realistisch sie auf den Umstand schauen, dass es wenig Nachwuchs gibt. Da geht es der Gemeinschaft, zu der einst auch die seliggesprochene Schwester Euthymia Ueffing gehörte, nicht anders als vielen anderen. Kirche verändert sich, Orden verändern sich.
Auch im Bistum Osnabrück hat sich gerade ein Orden verändert. Die letzten Ursulinen wurden von dem emeritierten Bischof Franz-Josef Bode aus ihrem Kloster St. Angela in einem Gottesdienst verabschiedet. Auch sie wird man in der Öffentlichkeit nicht mehr wahrnehmen können. Überall im Bistum werden Niederlassungen geschlossen, weil es nicht mehr genügend Nachwuchs gibt.
In meiner Heimatgemeinde gab es früher Vinzentinerinnen. Sie führten den Kindergarten, den ich als Kind besuchte und zwei Altenheime, in denen ich später als Zivildienstleistender präsent war. Sie gehörten selbstverständlich zum Bild von Stadt und Kirche. Ihr Ordensleben war für viele ein Vorbild, ihre Lebensweise mitunter herausfordernd. Sie machten in meinen Augen nicht immer alles richtig, aber sie vertraten ihren Lebensstand meinungsstark und selbstbewusst.
Solche Ordensleute - Männer wie Frauen - werden uns fehlen. Sie hinterlassen eine Lücke. Mancher sagt, Gott wolle uns etwas zeigen, wenn sich unsere Kirche in dieser Form entwickelt. Möge er dafür sorgen, dass es weiterhin Frauen und Männer gibt, die ihr Leben ganz in den Dienst für Gott stellen, die jungen Menschen und der Gesellschaft Orientierung geben. Ob in Ordenstracht oder in Zivil.