Was uns diese Woche bewegt

Wussten Sie eigentlich das mit den Absteigern?

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Matthias Petersen

Ende Mai und Anfang Juni ist im Sport die Zeit der Entscheidungen. Dann werden Meister geehrt, Absteiger bedauert – und es ist auch immer die Zeit für Wunder. Zumindest im Sprachgebrauch. Der Vergleich wird stets bemüht, wenn ein Team Außergewöhnliches geschafft hat. Kostprobe gefällig? Als in dieser Woche der VfL Bochum einen großen Rückstand gegen Fortuna Düsseldorf doch noch aufholte, waren die Sportseiten gefüllt vom „Fußballwunder“. Hier und da wurde auch der liebe Gott bemüht. Ein Wunder? Nur weil eine Mannschaft ein Tor mehr geschossen hat als die andere?

Mir wird das Wortspiel vom Wunder im Sport zu häufig benutzt, fast schon inflationär. Sollen sie ihre Freude am Spiel haben, sollen sie kicken, werfen oder springen, wie es ihnen gefällt, aber wer allzu schnell vom Wunder spricht, der übersieht meiner Meinung nach die ehrliche Leistung, die dahintersteckt. Das gilt auch für den kommenden Samstag, wenn die Dortmunder Borussia im Finale des Europacups auf Real Madrid trifft. Da sind sie krasser Außenseiter. Sollten sie dennoch gewinnen, wird es trotz aller schönen Wortspielerei kein Wunder sein. Schließlich sind sie ja nicht zufällig bis ins Finale gekommen.

Aber wo wir gerade über Fußball reden – Sommerzeit ist dann auch immer Zeit für Fachsimpelei. Und gerade die Fußballer ziehen da große Aufmerksamkeit auf sich. Niemand weiß, wer im nächsten Jahr Meister wird. Aber wussten Sie eigentlich, dass in der neuen Bundesligasaison neun Vereine mitspielen, die noch nie aus der ersten Liga abgestiegen sind? Der Norden ist da gut vertreten. Natürlich mit Holstein Kiel, die gerade zum ersten Mal aufgestiegen sind. Und mit dem VfL Wolfsburg, der seit 1997 ununterbrochen dabei ist. Schließlich die Bayern, Hoffenheim, Heidenheim, Augsburg, Leipzig, Union Berlin – und nicht zuletzt Bayer Leverkusen, die gerade zum ersten Mal Deutscher Meister geworden sind. Angeberwissen für die nächste Stammtischrunde.

Matthias Petersen