Ausstellung

„Zeichen der Menschlichkeit, der Solidarität und des Lichts“

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Zu sehen sind der CDU-Politiker Karl-Josef Laumann, SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Gastgeber Matthias Crone.
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Foto: Winfried Wagner

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Unter den mehr als 500 Gästen waren der CDU-Politiker Karl-Josef Laumann (li.) und SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig; rechts: Gastgeber Matthias Crone.

Sozialpolitiker Karl-Josef Laumann und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig waren zu Gast beim Benefizabend des Neubrandenburger Dreikönigsvereins. Oberbürgermeister Nico Klose kündigt Ehrung für Rainer Prachtl an.

Deutschland und Europa stehen mit der Digitalisierung vor großen Herausforderungen – aber davor sollten die Menschen keine Angst haben. Das meint jedenfalls Karl-Josef Laumann, Arbeits- und Sozialminister in Nordrhein-Westfalen. Es helfe immer, „wenn viele Menschen sich auf einen gemeinsamen Kompass, auf gemeinsame Werte besinnen, wie sie die christliche Soziallehre begründet“, sagte der 68 Jahre alte CDU-Politiker am Dreikönigstag in Neubrandenburg. Er war der Festredner beim Benefizabend des Neubrandenburger Dreikönigsvereins, zu dem der Vereinsvorsitzende Matthias Crone diesmal mehr als 500 Gäste im Haus der Kultur und Bildung begrüßte. Dank ihrer Spenden kann der Verein über weitere rund 60 000 Euro verfügen, die in die ambulante und stationäre Hospizarbeit sowie in die Jugendarbeit fließen sollen.

Der Benefizabend ist der erste gesellschaftliche Höhepunkt des Jahres in Mecklenburg-Vorpommern. Diesen nutzte der erfahrene Sozialpolitiker Laumann, um die Menschen auf bevorstehende Veränderungen vorzubereiten. „Staaten hat man erfunden, um den Menschen Sicherheit zu geben“, sagte er. Dazu zählten die innere und die äußere Sicherheit. Gerade die äußere Sicherheit, wozu eine funktionierende und gut ausgerüstete Armee gehöre, sei lange vernachlässigt worden. Doch auch die „soziale Sicherheit“ zähle dazu. Um diese Standards weiter zu gewährleisten, müssten industrielle Arbeitsplätze in Deutschland unbedingt gehalten werden. Von solchen Arbeitsplätzen hänge die Zukunft ab. Hier müsse Deutschland wieder konkurrenzfähiger werden, weshalb die Reform der Sozialsysteme dringend nötig sei. „Davor muss man keine Angst haben“, meinte Laumann mit Blick auf Gesundheits- und Klinik- sowie Rentenreformen: „Wir sollten uns ein Stück weit auch auf Veränderungen freuen.“

„Sozialsysteme müssen den Menschen Chancen eröffnen“

Tiefgreifende Veränderungen seien im Konsens nur mit den Parteien der demokratischen Mitte umzusetzen. „Mit ganz rechtsextremen Leuten von der AfD wird das nicht gehen“, meinte der CDU-Politiker, wofür er viel Beifall erhielt. Der gelernte Landmaschinenschlosser gilt als volksnaher Politiker, der von den Menschen auch eine gehörige Portion Eigenverantwortung einfordert. „Sozialsysteme müssen den Menschen Chancen eröffnen“, sagte Karl-Josef Laumann. Wenn Leute zu lange in dem Sozialsystem gehalten würden, seien diese Systeme nicht gut - und müssten dringend reformiert werden.

Vor Laumann würdigte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig das Engagement der vielen Mitglieder und Helfer des Dreikönigsvereins, der auch den Siemerling-Sozialpreis vergibt. Die Treffen des Vereins am 6. Januar seien immer wieder „ein Zeichen der Menschlichkeit, der Solidarität und des Lichts“, betonte die SPD-Politikerin. Vor allem die Hospizarbeit des Vereins sei sehr wichtig. „Hier sieht man, wie wichtig Hilfe beim Abschied aus dem Leben ist“, sagte Schwesig nach ihrem Besuch im Dreikönigshospiz.

Der neue Oberbürgermeister von Neubrandenburg, Nico Klose, kündigte an, dass die Stadt in Erinnerung an den Mitbegründer und langjährigen Vorsitzenden des Dreikönigsvereins, Rainer Prachtl, der 2024 im Alter von 74 Jahren überraschend gestorben war, einen Weg nach ihm benennen will. Das soll im März passieren. Prachtl war in den 1990er Jahren der erste Landtagspräsident von MV und setzte sich jahrzehntelang an der Spitze des Dreikönigsvereins für die Hospiz- und Jugendarbeit ein.

Zu den prominenten Rednern seit dem Beginn 1992 gehörten Michail Gorbatschow, Lech Wałęsa, Bernhard Vogel, Angela Merkel, Roman Herzog und Joachim Gauck.

Winfried Wagner