Ansgarjahr
Zeichen der Solidarität in Kopenhagen
Foto: Marco Chwalek/EBHH
Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, der schwedische Kardinal Anders Arborelius, Erzbischof Stefan Heße und der isländische Bischof Dávid Barti-mej Tencer (v.li.) nach dem Gottesdienst in Kopenhagen.
Kopenhagen/Hamburg Erzbischof Stefan Heße hat in Kopenhagen zum Auftakt der Feierlichkeiten zum großen Ansgarjubiläum Stellung zur Grönland-Frage bezogen und zur Geschlossenheit in Europa aufgerufen. In einem Grußwort bei einer heiligen Messe am Sonntag, 25. Januar in der Sankt-Ansgar-Kathedrale in der dänischen Hauptstadt sagte Heße: „Wir stehen als Europäer zusammen und lassen uns nicht von Dänemark und Grönland wegdividieren.“ Dafür erntete er spontanen Applaus. An der Messe nahmen unter anderem der aus dem Vatikan angereiste Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, zahlreiche nordische Bischöfe und viele Priester des Hamburger Domkapitels teil. Erinnert wird in diesem Jahr an den Beginn der Christianisierung Dänemarks durch den heiligen Ansgar vor 1200 Jahren.
Besitzansprüche der USA auf Grönland wies Heße in einem Gespräch am Rande des Abends zurück. „Was Trump über Grönland sagt, wird in keiner Weise den Menschen vor Ort, ihrer Tradition oder dem Völkerrecht gerecht.“ Man müsse jetzt Solidarität mit den Menschen zeigen und zu Europa stehen: „Die europäische Idee ist eine großartige. Ich kenne nichts Besseres“, sagte Heße. Er rief dazu auf, in Solidarität für die Menschen in Grönland zu beten.
Im Gottesdienst nannte Kardinalstaatssekretär Parolin, der als Chefdiplomat und zweiter Mann im Vatikan von Papst Leo XIV. zum Sondergesandten für die Jubiläumsfeierlichkeiten ernannt worden war, die Mission des heiligen Ansgar einen „Meilenstein im Leben der Kirche“. Die katholische Gemeinschaft wolle mit Lutheranern und allen Menschen guten Willens zusammenarbeiten, um sich für Solidarität und Menschenwürde einzusetzen. Ansgar, der „Apostel des Nordens“, wurde um 801 im heutigen Nordfrankreich geboren und wirkte als benediktinischer Missionar in Dänemark und Schweden. 831 wurde er zum ersten Erzbischof von Hamburg ernannt und leitete später das Erzbistum Bremen, wo er 865 starb.