Anstoß 22/2026
Zum Schuhe ausziehen
Pressereferentin Bistum Erfurt
Wie bei Mose und dem brennenden Dornbusch, wo es heißt: Leg deine Schuhe ab, denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden. Weil Gott spürbar zugegen ist.
Auch wenn es etwas pathetisch klingt, aber genau das verbinde ich mit einer Krankenwallfahrt, die wir in der Pfarrei St. Elisabeth in Arnstadt vor wenigen Wochen zum ersten Mal veranstaltet haben. Dazu gehörte eine Wort-Gottes-Feier und das Angebot der Krankensalbung. Oder man konnte einen persönlichen Segen erhalten.
Die Kapelle war gut gefüllt mit Menschen unterschiedlichen Alters und mit Menschen, die es aus eigener Kraft nicht mehr schaffen, in die Kirche zu gehen. Einen großen Raum nahm das Spenden der Krankensalbung ein, ein heiliger Moment.
Dieses Sakrament hat ein Imageproblem, trug es doch lange Zeit den Namen „Letzte Ölung“. Was viele (zum Teil bis heute) glauben ließ, dass dieses Sakrament der allerletzten Lebenszeit vorbehalten ist.
Als der Priester zu leiser Orgelmusik die Krankensalbung spendete, und ich die Gesichter dieser Menschen sah, wurde mir (wieder einmal) bewusst, welche Schätze wir als Kirche haben.
Schätze, die zum Leben helfen, Schätze, die mitunter und ganz zu Unrecht nur wenig Beachtung finden. Schätze, die Momente und Orte heiligen und dazu verleiten, sich am liebsten die Schuhe auszuziehen.