Zur Priesterweihe von Harald Frank

Gemeinsam unterwegs sein

Martin Hohmann und Harald Frank werden in Erfurt und Berlin zu Priestern geweiht.

Foto: Eckhard Pohl

Martin Hohmann und Harald Frank (rechts) in Erfurt, im Hintergrund der Dom.

Harald Frank wird am Samstag nach Pfingsten in Berlin die Priesterweihe empfangen. Er möchte Menschen, die nicht zum Kern der Gemeinden gehören, mit dem Glauben in Kontakt bringen.

Harald Frank ist seit rund eineinhalb Jahren in der Pfarrei St. Otto Usedom-Anklam-Greifswald im Einsatz. „Unsere Pfarrei umfasst 2330 Quadratkilometer. Neben Greifswald, das durch viele Studenten sehr lebendig ist, gehören kleine Gemeinden wie Wolgast, aber auch Ferienorte wie Zinnowitz mit dem Haus St. Otto dazu“, sagt der 49-Jährige. „Um die damit verbundenen Herausforderungen noch besser zu meistern, müssen wir stärker ökumenisch zusammenarbeiten, wie das schon zwischen den Studentengemeinden in Greifswald geschieht.“

Er erlebe in Greifswald Kirche in Vielfalt und Breite, sagt Frank dankbar. Eine entscheidende Frage sei: „Wie öffnen wir uns den Menschen, die nicht zu einer Gemeinde gehören?“ Eine ganz wichtige Aufgabe dabei sei es wohl, „mit den Menschen gemeinsam im Leben unterwegs zu sein“. Die Feier der Liturgie gehöre unbedingt dazu. Frank erlebt es als wichtige Herausforderung in der Gemeinde, zwischen den verschiedenen Auffassungen und Wünschen „auszubalancieren“. „Es ist eine große und zeitintensive Aufgabe, Menschen individuell auf ihrem Glaubensweg zu begleiten“, sagt Frank. Aber das sei nötig. „Es ist heute wichtig, dass jeder in der Kirche einen Platz finden kann.“

Berufswechsel, da es im Leben um mehr gehen sollte als um Geld

Harald Frank wurde 1974 in Urach in Württemberg geboren. Er wuchs mit zwei jüngeren Schwestern auf. Nach Abitur, Zivildienst, Ausbildung zum Versicherungskaufmann und Betriebswirtschafts-Studium war er 15 Jahre im Bereich Informationstechnologie in Finanzunternehmen tätig und wohnte in Berlin-Steglitz und in Österreich. „Bei meinen Aufgaben ging es immer um Finanzen. Das hat seine Berechtigung. Aber man kommt nicht mit den Menschen in Beziehung.“ Auf dem Arbeitsweg sei er immer an einer Einrichtung für behinderte Menschen vorbeigekommen. „Das hat mich bewegt. Menschen sehnen sich nach mehr. Da muss es doch noch was anderes geben als etwa Geld.“

Frank bewarb sich 2015 beim Erzbistum Berlin als Priesterkandidat. Zunächst absolvierte er ein theologisches Einführungsjahr mit Altsprachen-Ausbildung in Bamberg. Es folgten Studienjahre in St. Georgen Frankfurt (Main) und im Spätberufenen-Priesterseminar Studienhaus St. Lambert in Lantershofen. Sein Magisterstudium schloß er 2022 an der Theologischen Fakultät in Trier ab. Im September 2022 begann die dreijährige Berufseinführung. Seitdem ist er in der Pfarrei Greifswald eingesetzt.

Harald Frank fährt gern Motorrad, hat selbst eine Maschine. Musik höre er von Klassik bis Techno fast alles. Seine Ausbildung als Rettungsschwimmer passt zu den Ostseestränden auf Usedom. Wie sich da etwas verbinden lasse zwischen Strand und dem Glauben, darüber sei man derzeit im Pfarreiteam im Gespräch, verrät er.

Als Wort für sein priesterliches Leben hat er sich aus dem Johannes-Evangelium den Vers „Ich aber habe euch Freunde genannt“ (Joh 15,15) ausgewählt. „Es muss heute darum gehen, Kirche – auch wenn sie so verfasst ist – nicht mehr nur hierarchisch zu begreifen und zu leben. Wir müssen und sollen auf Augenhöhe miteinander umgehen.“

Frank wünscht sich in seinem priesterlichen Dienst Gelegenheiten, mit Menschen in Kontakt zu kommen, wo sie es nicht erwarten. Und klar werde er als Kaplan einüben, die Liturgie zu feiern, Kinder auf die Erstkommunion vorzubereiten, Menschen mit den Sakramenten zu stärken.

Harald Frank wird am 25. Mai, 10 Uhr, in St. Joseph (Müllerstraße 161, Berlin) zum Priester geweiht. Am 2. Juni, 11 Uhr, wird er in St. Joseph in Greifswald die erste heilige Messe feiern

 

Eckhard Pohl