Neuer Jugendseelsorger für Bistum Magdeburg

Das Ohr an der Basis haben

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Neuer Diözesan-Jugendseelsorger Martin Pickel
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Foto: Oliver Gierens

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„Auf die Mitte kommt es an“ – das gilt für Martin Pickel in Fragen des Glaubenslebens ebenso wie beim Dart-Spiel.

Seit Anfang Dezember ist Gemeindereferent Martin Pickel neuer Diözesan-Jugendseelsorger. Dabei bringt er viel Erfahrung aus der Gemeindearbeit mit. Und er ist überzeugt: Jugendliche suchen nach Spiritualität, die sie trägt.

Noch ist das Büro ziemlich kahl, so ganz ist Martin Pickel an seinem neuen Arbeitsplatz noch nicht angekommen. „Das ist heute erst mein zweiter Arbeitstag hier, am Freitag habe ich begonnen“, erzählt der neue Diözesan-Jugendseelsorger im Gespräch mit dem Tag des Herrn. Der Gemeindereferent tritt die Nachfolge von Diakon Christoph Tekaath an, der zum 1. Oktober Leiter der Arbeitsstelle für Jugendpastoral (afj) der Deutschen Bischofskonferenz in Düsseldorf geworden ist.

Für Martin Pickel ist die neue Aufgabe Kontinuität und Veränderung zugleich. Sie bedeutet Kontinuität, weil er bisher schon schwerpunktmäßig mit jugendlichen gearbeitet hat. Doch nach 20 Jahren als Gemeindereferent ist die neue Aufgabe auch ein großer Sprung nach vorne. Seit 2003 war Pickel in Aschersleben tätig, 2020 kam St. Bonifatius in Bernburg hinzu, 2022 auch Staßfurt und in diesem Jahr zusätzlich noch Schönebeck.
 

Glaubensbegleitung „von Geburt bis Sterbebett“


„Von der Geburt bis zum Sterbebett habe ich das Leben der Menschen im Glauben begleitet“, fasst Martin Pickel seine bisherigen Aufgaben zusammen. Besonders die Arbeit mit jungen Menschen hat es ihm angetan: Firmkatechese, Gemeindearbeit – alles war dabei. Hinzu kam die Arbeit als Seelsorger für die Schloss-Hoym-Stiftung, die sich um Menschen mit Behinderungen kümmert. Am 14. Dezember hat Pickel zum letzten Mal die Adventsandacht gestaltet. „Dann musste ich das schweren Herzens abgeben“, gesteht er ein. Dennoch will er den Kontakt zu seinen früheren Gemeinden nicht abreißen lassen. „Das Ohr von der Basis werde ich für die Bistums-Jugendpastoral dabei haben“, sagt Martin Pickel.

Denn in den Gemeinden habe er Jugendliche erlebt, „die sich wirtklich auf den Weg machen“. Jeden Freitag gestalten dort junge Leute aus Aschersleben, Bernburg und Umgebung ein abendliches Treffen, befassen sich beispielsweise mit Fragen der kirchlichen Sexuallehre oder laden Gäste bei bevorstehenden Wahlen ein. Auch das Gebet sei den Jugendlichen dabei wichtig. „Jugend ist gar nicht so, wie oft gesagt wird“, meint Pickel. „Die brauchen nicht immer nur Events.“
 

Spiritualität und Gebet stärker fördern


Diese Erfahrungen will der neue bistumsweite Jugendseelsorger in die Arbeit einbringen. Sein Ziel sei es, den Weg, der momentan in der Jugendarbeit beschritten werde, stärker mit Gebet und Spiritualität zu verknüpfen. „Jetzt geht es viel um Politik oder Umweltschutz. Ich habe im St.-Michaels-Haus in Roßbach Jugendliche erlebt, die gefragt haben, warum wir nicht bei Tisch beten.“ In der Jugendarbeit habe er mitbekommen, wie sich Jugendliche gegenseitig tragen und einander viele Dinge anvertrauen würden. „Die haben Sehnsucht danach, dass jemand da ist und ihnen zuhört“, ist er überzeugt. Auf diese Weise erlebten junge Menschen Kirche als Familie: „Wenn Jugendliche die Kirche nicht nur als Institution, sondern als tragende Gemeinschaft spüren, dann können wir nicht allzu viel falsch gemacht haben.“

Oliver Gierens