Kloster, das zweite

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der Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt segnet eine Glocke für das Übergangskloster der Zisterzienser von Neuzelle
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Fotos: Michael Burkner

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Bischof Wolfgang Ipolt segnet die Glocke des neuen Klosters.

Die Zisterzienser von Neuzelle haben Richtfest auf dem Bernhardshof gefeiert. Der ehemalige Bauernhof soll bis zum kommenden Jahr zum Übergangskloster ausgebaut werden.

„Man muss kein Bauexperte sein, um zu sehen, dass das heute kein richtiges Richtfest ist“, sagt Pater Kilian Müller, Subprior im Kloster Neuzelle, als er seine Gäste vor dem Bernhardshof im Ortsteil Treppeln begrüßt. Denn noch haben die Zisterzienser von Neuzelle hier ein bisschen was vor sich, bis sie den Rohbau abschließen können. „In vier Wochen ist es so weit“, hofft Pater Kilian. Im kommenden Jahr zu Pfingsten soll die Hofstelle dann bezugsbereit sein. Im früheren Wohnhaus des Hofs entstehen bis dahin Gemeinschaftsräume, der alte Stall wird zur Kapelle umgebaut. Und an der Rückseite wird ein Holzhaus mit den Zellen der Mönche gebaut. Dabei ist der Bernhardshof aber nur ein Übergangskloster. Denn die Mönchen haben große Pläne: Rund fünf Kilometer weiter nördlich soll irgendwann ein von Grund auf neues Kloster auf einem ehemaligen Stasi-Gelände entstehen.

Noch ist der Bernhardshof eine große Baustelle.
Noch ist der Bernhardshof eine große Baustelle.

Das Interesse an den Bauprojekten der Mönche ist groß. Rund 400 Menschen sind in den kleinen Ortsteil zehn Kilometer westlich von Neuzelle gekommen. Unter ihnen ist Bischof Wolfgang Ipolt und Abt Maximilian Heim aus dem Stift Heiligenkreuz im Wienerwald, dem Mutterkloster von Neuzelle. Einen besonderen Gruß richtet Pater Kilian an seine zukünftigen Nachbarn in Treppeln. Die Mönche seien hier sehr freundlich aufgenommen worden, sagt er und weiß, dass das im säkularen Ostbrandenburg nicht ganz selbstverständlich ist. Ein sichtbares Beispiel der guten Nachbarschaft ist die improvisierte Bühne, auf die die Festredner nacheinander treten: Es ist ein Anhänger vom Hof nebenan.

Subprior Kilian Müller begrüßt auf der Baustelle.
Subprior Kilian Müller begrüßt auf der Baustelle.

Ein Bauprojekt sei grundsätzlich eine Herausforderung, sagt Pater Kilian und ergänzt lachend: „Wie bei allen großen Dingen, die man im Leben beginnt, ist es gut, dass man vorher nicht weiß, was auf einen zukommt.“ Mit Blick auf die kleine Bauverzögerung erklärt er: „Eine ganz akute Herausforderung war dieses Wetter.“ Nach zuvor wochenlanger Hitze sei der Baustart dann „voll ins Wasser gefallen“. Besonders auf das neue Gemeinschaftsleben freut sich der Mönch, denn noch lebe die Gemeinschaft sehr beengt: „Aktuell ist das einfach so zerfleddert. Sieben Brüder wohnen im Pfarrhaus in Neuzelle, einer, wenn er da ist, im Wohnwagen, einer im Gästezimmer und dann haben wir noch eine Wohnung.“ Im Neubau können dann alle unter einem Dach leben, in 14 Zellen, die bewusst alle gleich groß sind. Junge Männer sollen hier einen Raum finden, um ihre eigene Berufung zu prüfen.

Die Glocke, die dann zum Stundengebet rufen soll, wurde beim Richtfest von Bischof Wolfgang Ipolt gesegnet. Ihr Klang hallte schon früher durch das Bistum Görlitz, denn sie stammt aus der profanierten Kirche in Schwarze Pumpe, etwa 40 Kilometer weiter südlich.

ein alter Stall wird zur Kirche des Übergangsklosters umgebaut

Michael Burkner

Der Abt von Heiligenkreuz im Gespräch
Abt Maximilian Heim aus Heiligenkreuz im Gespräch mit den Menschen aus Neuzelle.

Hintergrund

Die Zisterzienser von Neuzelle sind ein Priorat, also eine abhängige Niederlassung der Abtei Stift Heiligenkreuz im Wienerwald in Österreich. Das Priorat wurde 2018 nach Initiative von Bischof Wolfgang Ipolt errichtet. Das Stift Heiligenkreuz, das in den vergangenen Jahrzehnten einen großen Zuwachs neuer Mönche erlebte, gilt als traditionsorientiert. Besonders gepflegt wird der gregorianische Choral auf Latein.
Bis April prüfte der Vatikan die Abtei bei einer sogenannten Visitation. Man wolle die Situation der Leitung vertieft kennenlernen und umfassend beurteilen, hieß es damals.
Abt Maximilian Heim, der dem Stift seit 2011 vorsteht, kündigte vergangene Woche seinen Rücktritt an. Grund sei eine Herzerkrankung im vergangenen Jahr. Pater Kilian blickt derweil auch mit einem neuen Abt optimistisch in die Zukunft von Neuzelle: „Wir beten darum, dass die Gemeinschaft auf den heiligen Geist hört, und ich habe keinen Zweifel daran, dass uns das eine gute neue Leitung der Abtei bescheren wird.“