Rüchtritt von Bischof Heinrich Timmerevers
Bistum ohne Bischof
Foto: Vatican Media
Bischof Heinrich Timmerevers trifft Papst Leo XIV. 2026 in Rom.
„Ob für mich ein guter Tag ist? Ja, ich bin zufrieden. In Frieden“, sagte Heinrich Timmerevers am 2. September in der kurzfristig anberaumten Pressekonferenz. Er wirkte durchaus gelöst. Nur drei Stunden zuvor – um 12 Uhr – hatte das Bistum seinen Rücktritt bekanntgegeben: mit sofortiger Wirkung. Durch die Annahme des Amtsverzichts des 74-Jährigen durch Papst Leo XIV. ist der Dresdner Bischofsstuhl nun unbesetzt.
Der Tag war zugleich Timmerevers’ silbernes Bischofsjubiläum. Der Dankgottesdienst am 5. September, zu dem unter anderem der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, in die Dresdner Kathedrale kam, wurde so auch seine Feier zum Abschied als Diözesanbischof.
Für die meisten kam der vorzeitige Eintritt in den Ruhestand sehr überraschend. Er selbst habe seit rund einem Jahr darüber nachgedacht. Auch in geistlicher Begleitung sei der Entschluss gereift, die Leitung des Bistums „in jüngere Hände zu übergeben“. Zugesagte Termine werde er weitgehend übernehmen. Außerdem halten in der Sedisvakanz die im Bistum lebenden Altbischöfe üblicherweise Termine wie etwa Diakon- und Priesterweihen. Timmerevers könne diese wahrnehmen und damit Altbischöfe Joachim Reinelt (89) und Konrad Zdarsa (82) entlasten.
Die Bitte um Rücktritt, die er dem Papst bereits im Februar bei einer Privataudienz vorgetragen habe, sei seine freie Entscheidung. „Nichts und niemand hat mich zu dieser Entscheidung gedrängt,“ so Timmerevers. Er gehe nicht aufgrund eines akuten Anlasses, sondern habe gemerkt, „dass das Alter und die zahlreichen Aufgaben auch bei mir ihre Spuren hinterlassen haben“. Am 25. August feierte er seinen 74. Geburtstag. Üblicherweise bitten Bischöfe erst zum 75. Geburtstag um ihren Rücktritt. Bereits im Juni besuchte er den neuen Apostolischen Nuntius Erzbischof Hubertus van Hegen in Berlin, der ihm mitteilte, dass Rom seiner Bitte nachgehe.
Heinrich Timmerevers ist bewusst, dass er „eine Baustelle hinterlässt“ in dem Bistum, dem er genau zehn Jahre vorstand. Er habe seit 2016 einen bereits angefangenen weitreichenden Transformationsprozess mitgestaltet. In seinem Abschiedsvideo an alle Gläubigen sagt er: „In diesen bewegten Zeiten bin ich auch Menschen Dinge schuldig geblieben“ und bittet um Entschuldigung. „Kirche ist eine Baustelle – und muss auch eine bleiben“, betonte er in der Pressekonferenz, damit sie in ihrer jeweiligen Zeit Gläubigen Orientierung gebe. Bei seinem Abschied entschuldigte er sich auch bei den Missbrauchsopfern.
Dresden ist für Heinrich Timmerevers „ein Zuhause geworden“, er wird in der Stadt an der Elbe wohnen bleiben. Das liegt nicht zuletzt an der „Neuentdeckung für mich hier als Christ mit Ihnen zu leben“. Die Katholiken hier seien eine Stärkung in seinem Christsein geworden. Er dankte besonders den Ehrenamtlichen.
Am 3. September wählte das Domkapitel St. Petri zu Dresden den Domdekan und bisherigen Generalvikar Andreas Kutschke (52) zum Diözesanadministrator. Sein Ständiger Vertreter ist Domkapitular Bertram Wolf. Kutschke leitet damit das Bistum Dresden-Meißen bis ein neuer Bischof ernannt wird.