Glaskunst in St. Georg, Berlin-Pankow
Eine neue Rose erblüht
Entwurf für das Rosettenfenster in St. Georg von Lea Dievenow
Ein selten gewordener Samen ist gesät, Berlin bekommt eine neue Fensterrose. An das Rosettenfenster über dem Eingangsportal der neogotischen Backsteinkirche St. Georg in Berlin-Pankow erinnerte nach 81 Jahren nur noch ein altes Foto, auf dem nicht einmal das Bildmotiv erkennbar ist. Und doch ist der Kriegsverlust bis heute präsent und der Platz oberhalb der Orgel leer geblieben. Dank des Engagements des St. Georgs-Vereins und des Kirchenvorstands wird das 1945 zerstörte und später verschlossene Fenster bis Ende 2026 wieder geöffnet und zu neuem Leben erweckt.

Nachdem erste Entwürfe einer lokalen Kunstglaserei den Anforderungen der Kunstkommission des Erzbistums Berlin nicht genügten, erwuchs aus anfänglicher Enttäuschung eine Chance: Erinnerungskultur neu fortzuschreiben und über ein „schönes Fenster“ und denkmalgerechte Reparaturen hinaus zu denken. Mit Unterstützung des Erzbistums und einer Architektin wurde ein Kunstwettbewerb für zeitgenössische Glasgestaltung ausgelobt. Eingeladen waren Andreas Wolff und Christiane Mergner aus Berlin, David Schnell und Dana Meyer aus Leipzig sowie Lea Dievenow, aus Vlotho (Ostwestfalen).
Erwartungsvoll traf sich im Juli die Jury aus Fachkundigen und Gemeindemitgliedern. Aus den fünf Einsendungen mit ganz unterschiedlichen künstlerischen Handschriften galt es, den Entwurf auszuwählen, der am besten zum Kirchbau und zur Gemeinde passt. Die durchgängig hohe Qualität der Arbeiten machte das Auswahlverfahren spannend und der Ausgang war lange offen. Nach fünf intensiven Stunden der Prüfung und Abwägung empfahl die Jury einstimmig den Entwurf „Lichtgestalt – Zeichen des Lichts“ von Lea Dievenow zur Weiterbearbeitung. Frische und Vielschichtigkeit des aus drei korrespondierenden Glasebenen zusammengesetzten Werks versprechen einen vielfarbigen meditativen Lichtklang und unkonventionelle, je nach Witterung, Tages- und Jahreszeit immer wieder neue, Raumerlebnisse. Ergänzend wirkt die goldgelbe, ornamenthafte äußere Ebene als Schmuckrosette weithin sichtbar in die Stadt hinein und setzt ein hoffnungsfrohes Zeichen.
Nun steigt die Vorfreude auf einen echten „Lichtblick“.
// Uta Zerjeski
In den nächsten Wochen sind alle Entwürfe nach den Gottesdiensten in St. Georg (Kissingenstraße 33, Berlin-Pankow) ausgestellt. Damit die Fensterrose erblühen kann, bittet der St. Georg-Verein um Unterstützung. Kontakt