Schenkung

Aufrecht und kraftvoll

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Ansgar-Bildnis
Nachweis

Foto: Christof Haake

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Das Ansgar-Bildnis von Ute Zander ist deutlich kleiner als die Vorlagen, die mehr als zwei Meter hoch sind.

In dem Ansgar-Bildnis von Ute Zander für das Partnerbistum Puerto Iguazú veränderte die Künstlerin einige Details gegenüber den Vorlagen.

„Ich dachte daran, einmal Jesus darzustellen, was ich vorher noch nie gemacht habe“, erzählt Ute Zander. „Und zwei Wochen später kam dann der Auftrag, ein Bildnis des heiligen Ansgar zu malen, das als Geschenk an die Partnerdiözese im argentinischen Puerto Iguazú gehen soll.“ Entsprechend begeistert machte sich die Hamburgerin ans Werk. Begeistert im eigentlichen Sinn: inspiriert, voller neuer Ideen. Auch wenn es ein paar Vorgaben des Erzbistums gab.

So sollte als Vorlage die Votivtafel des heiligen Ansgar dienen, deren Original Hans Bornemann 1457 schuf. Sie ist heute in der evangelischen Hauptkirche St. Petri zu sehen, also nahe dem Ort, wo sich bis 1807 der alte St. Marien-Dom befand, in dem sie ursprünglich hing. Während der Renovierung des neuen St. Marien-Doms im Stadtteil St. Georg wurde eine handwerklich ausgezeichnete Kopie von der polnischen Restauratorin Anna Torwirt gefertigt. Sie deckte im wahrsten Sinn des Wortes auf, dass ein Spruchband auf der Votivtafel nach der Reformation übermalt worden war. Statt der schlichten auf Latein verfassten Bemerkung, dass der Propst Johan Middelmann 1457 gestorben ist, stand dort ursprünglich „ora pro me beate pater anschari“, auf Deutsch: „Bete für mich seliger Pater Ansgar“. Für das Erzbistum rekonstruierte Torwirt daraufhin die vorreformatorische Darstellung, die nun als Vorlage für Zander diente.

Neue Beschriftung des Spruchbandes

Das Spruchband hat Ute Zander sehr vereinfacht und unten links auf eine dargestellte Säule platziert. Und die Inschrift wieder geändert. Sie lautet dort „S. Ansgarius o.p.n“, wobei die Abkürzung für „ora pro nobis“ steht, zu Deutsch „bete für uns“. Rechts daneben kniet auch hier der Stifter des Bildes. Obwohl er in allen Versionen des Bildnisses wesentlich kleiner als Ansgar dargestellt ist, muss Johan Middelmann ein äußerst selbstbewusster Dompropst gewesen sein. Denn er ließ die originale Votivtafel rechts unten mit seinem Wappen verzieren, das drei 

Foto: Christof Haake

Weihwasserwedel, auch „Sprengel“ genannt, zeigt. Die ersetzte Ute Zander durch das Wappen des Erzbistums Hamburg.

Auf Bitten seines Oberhirten Stefan Heße habe sie dem heiligen Ansgar auch ein Modell des gegenwärtigen St. Marien-Doms in die Hände gelegt, sagt Zander. Auf dem Vorbild ist ein Modell der Kirche zu sehen, die Ansgar neben der Hammaburg errichten ließ – zumindest stellte sich Hans Bornemann diese im 9. Jahrhundert errichte Kirche so im Spätmittelalter vor.

Vor allem aber stellt Ute Zander Ansgar mit einer deutlich aufrechteren Körperhaltung dar. Sein Gesichtsausdruck  wirkt entschlossener, „kraftvoller“, wie die Künstlerin sagt. Ihre Wiedergabe des Chormantels, der Messgewänder sowie der Insignien seiner Bischofswürde – Bischofsstab, Mitra und Pontifikalhandschuhe mit mehreren Fingerringen – fällt nicht so detailreich aus wie auf den Votivtafeln. Dafür sind die Farben noch leuchtender. Das Blau des Himmels und eines Gewandteils steht in der katholischen Ikonografie auch für Maria und das Jesuskind. Gelb symbolisiert Weisheit und das Gold, das Zander in einer spezialisierten Werkstatt in Venedig erworben und mit dem sie den Heiligenschein dargestellt hat, repräsentiert wie auf Ikonen den Himmel, das Göttliche und auch das Licht der Erkenntnis. „Die rote Umrahmung steht für Argentinien, für Tango und Kraft“, erläutert Ute Zander. In sie hinein hat sie auch die Widmung „1996 Hamburg – Puerto Iguazú 2026“ geschrieben. Und auf der Rückseite des Bildes notierte die Künstlerin Psalm 108.

red

Zur Person

Foto: Christian Wode

Ute Zander Seit arbeitet seit über 30 Jahren im Bereich Acrylmalerei, Kunstvermittlung und kreativer Prozessbegleitung in Hamburg.