Mariengymnasium Papenburg

"Die Jungen haben sich gut eingefügt"

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Der Schriftzug Mariengymnasium an einer Wand
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Mariengymnasium Papenburg

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Das Mariengymnasium Papenburg nimmt seit dem Schuljahr 2023/24 auch Jungen auf. 

Das Mariengymnasium in Papenburg war bisher eine Mädchenschule, hat aber zu Beginn des laufenden Schuljahres zum ersten Mal auch Jungen aufgenommen. Das klappe gut, sagen Samira Hofer, Mitglied der neuen Schülervertretung, und Julia Lenger, die bis Ende Oktober in der Schülervertretung aktiv war.

Ein Interview mit Julia Lenger und Samira Hofer.

In zwei Klassen der Jahrgangsstufe fünf haben nach den Sommerferien jeweils fünf Jungen auf Eurer Schule angefangen. Das sind ja nur zehn Jungen. Fallen die überhaupt auf?

Julia Lenger: Wir haben ungefähr 800 Schülerinnen, und die Jungen fallen auf den ersten Blick natürlich nicht auf. Für uns, die wir die Schule schon seit längerem besuchen, ist es aber ungewohnt und leicht exotisch, Jungen über die Flure gehen zu sehen.

Gibt es Rückmeldungen, ob das Zusammenlernen gut klappt?

Julia Lenger: Aus Rückmeldungen der Lehrer und Lehrerinnen wissen wir, dass es gut klappt. Die Kinder kennen sich ja auch schon aus der Grundschule, die Jungen fügen sich einfach gut ein.

Was bedeutet das denn: Die fügen sich gut ein? 

Julia Lenger: An unserer Schule herrscht eine besondere Atmosphäre. Auf unserem Pausenhof geht es anders zu als in staatlichen Schulen, bei uns ist es leiser, irgendwie ruhiger. Die Jungen spielen in der Pause auch Fußball, klar, aber ansonsten laufen sie eben mit den Mädchen so mit. 

Samira Hofer: Das sind ja auch nicht viele, und die kennen sich gut und vertragen sich gut. Das liegt vielleicht auch an dem besonderen Klima bei uns.

Was ist denn das besondere Klima bei Euch an der Schule? 

Julia Lenger: Bei uns herrscht eben eine besondere Atmosphäre, eine Atmosphäre des Respekts. Und das hat nicht nur damit zu tun, dass wir bisher eine reine Mädchenschule waren, sondern dass wir eine private Schule sind. Man spürt noch den Geist der Christlichkeit. Es werden Werte aufgezeigt, und diese Werte übertragen sich ins Miteinander. Wir sind ja auch eine vergleichsweise kleine Schule. Es gibt so ein Gefühl von Gemeinschaft, die Klassenkameradinnen sind die, mit denen man von der fünften Klasse an zusammen ist, täglich zusammensitzt, zusammen lacht, zusammen leidet. 

Und da gehören jetzt die Schüler dazu?

Julia Lenger: Ja, die Jungs sind voll integriert.

Samira Hofer: Ich war mit Vertretern der Schülervertretung in einer fünften Klasse während des Chemieunterrichts, die machten gerade ein Experiment, mit Feuer, aber die haben alle gut aufeinander aufgepasst, und man hat gesehen, dass die Jungen sich gut eingelebt haben.

Julia Lenger: Im Übrigen gibt es in der Oberstufe ab Jahrgangsstufe 12 inzwischen eine Kooperation mit dem staatlichen Gymnasium, was die Leistungskurse in Latein, Spanisch und Französisch betrifft, da werden bei uns Mädchen und Jungen gemeinsam unterrichtet. Da kommen die Jungen zu uns in unser Gebäude. Das funktioniert auch gut, die Jungen passen sich an. 

Interview: Andrea Kolhoff

Das Mariengymnasium Papenburg befindet sich in Trägerschaft der Schulstiftung im Bistum Osnabrück.