Freiwilligendienste im Bistum Osnabrück

Eigene Stärken und Schwächen kennenlernen

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Freiwilligendienst
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Foto: Angela von Brill

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Beliebt sind vor allem Stellen in erzieherischen und sozialpädagogischen Tätigkeitsfeldern.

Ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ermöglicht jungen Menschen praktische Erfahrungen zu sammeln, Neues zu lernen, sich in einer sozialen Einrichtung zu engagieren. Es ist oft eine der prägendsten Phasen des Lebens. Das Bistum Osnabrück bietet 310 Stellen für Freiwilligendienste an: 270 Stellen für das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und 40 Stellen für den Bundesfreiwilligendienst (BFD) 27+ und den Kurzzeitfreiwilligendienst. Fragen an Sebastian Niemann, Leiter des Referates Freiwilligendienste.

Warum machen junge Menschen einen Freiwilligendienst? Welche Erfahrungen machen sie?

Der Freiwilligendienst ist vor allem ein Jahr zur Persönlichkeitsentwicklung. Die jungen Menschen haben Zeit, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, ihre Stärken und Schwächen kennenzulernen, zu überlegen: Was ist mir wichtig? Was will ich? Das erleben sie sowohl in der Gruppe mit anderen als auch durch ganz praktische Erfahrungen in den verschiedenen Einsatzfeldern.

Wie ist aktuell die Nachfrage? 

Wir stehen noch am Beginn der Bewerbungsphase. Zurzeit haben wir ein paar mehr Anfragen als zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr. Das passt genau zur bundesweiten Prognose, dass die Zahlen in diesem Jahr etwas steigen werden. Früher waren rund um Ostern bereits viele Stellen besetzt, aber die Entwicklung geht dahin, dass viele junge Menschen sich heute eher kurzfristig entscheiden.

Welche Einsatzstellen sind besonders beliebt?

Beliebt sind Stellen in erzieherischen und sozialpädagogischen Tätigkeitsfeldern wie Kindertagesstätten und Jugendarbeit. Aber auch das Interesse an medizinischen Stellen und an der Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigungen nimmt zu. Vor allem die Zahl der Krankenhausstellen ist gestiegen, das scheint ein interessanter Bereich zu sein. Dagegen nimmt das Interesse an der Altenpflege leider eher ab. Erfahrungsgemäß findet man aber auch kurzfristig noch in vielen Bereichen eine Stelle.

Sebastian Niemann
Sebastian Niemann leitet das Referat Freiwilligendienste im Bistum Osnabrück. Foto: privat

Welche Kompetenzen sammeln die jungen Menschen in einem Freiwilligendienst?

Auf jeden Fall Kommunikations- und Konfliktfähigkeit. Wir begleiten die jungen Menschen sehr individuell, sie müssen sich in ihrer Einsatzstelle behaupten, lernen Probleme anzugehen und zu lösen. Auch Zeitmanagement, Prioritätensetzung und das Sortieren von Arbeitsprozessen sind auf jeden Fall Skills, die gelernt werden.

Mit welcher Motivation kommen die jungen Menschen zu Ihnen?

Die Menschen, die bei uns einen Freiwilligendienst absolvieren, sind ganz bunt. Das hat unterschiedliche Gründe: Manche wollen nach der Schule einfach eine Auszeit machen, manche wissen schon die Richtung, in die sie gehen möchten, wollen sich aber erst ausprobieren oder müssen Zeit überbrücken. Wieder andere haben noch keine Idee, was sie beruflich machen wollen und möchten sich persönlich orientieren oder sich einfach ein Jahr für andere engagieren. Das ist alles wichtig und richtig, wir bieten hier Struktur und Begleitung.

Und wie gehen Sie nach dem Jahr wieder?

Fast alle gehen am Ende mit guten Erfahrungen auf dem Freiwilligendienst heraus: Sie haben Selbstwirksamkeit gespürt und gemerkt: Ich kann tolle Dinge beisteuern, meine Meinung ist wichtig, ich kann unterstützen und ich habe Fähigkeiten, die gefragt sind. Sie haben Orientierung gesucht und gefunden – und viel Dankbarkeit gespürt.

Astrid Fleute