Projektwoche zum inklusiven Ehrenamt
Engagiert Hoch Drei!
Foto: privat
Eine Projektgruppe wirbt dafür, Menschen mit Behinderung auch für Ehrenämter einzusetzen.
"Menschen mit Behinderung wollen sich genauso wie alle anderen mit ihren Fähigkeiten und Interessen einbringen. Ehrenamt bedeutet dabei ein großes Stück Teilhabe", sagt Heike Baalmann aus der Projektgruppe den Ausgangspunkt der Projektplanung. Sie und ihre Kollegin Ilka Backs engagieren sich in der Meppener Vitus- Kontaktstelle Ehrenamt für das inklusive Ehrenamt. Menschen mit Behinderung sollen dadurch die Möglichkeit erhalten, ehrenamtlich aktiv zu werden. Darum planen sie gemeinsam mit dem Freiwilligenzentrum des Paritätischen Emsland in Meppen und der Selbsthilfegruppe "Glücksgen 21" die Projektwoche. "Engagiert³". Dabei sollen Menschen mit Behinderung aus dem mittleren Emsland die Gelegenheit erhalten, an einem Tag in ein Ehrenamt hineinzuschnuppern.
Aufruf an Einsatzstellen
"Viele Einsatzstellen suchen immer wieder nach Ehrenamtlichen. Dabei stehen viele verschiedene Aufgaben zur Verfügung. Aber es wird selten daran gedacht, auch Menschen mit Behinderung anzusprechen", weiß Katrin Berger aus dem Freiwilligenzentrum. Darum ruft sie gemeinsam mit den anderen Mitgliedern der Projektgruppe Einsatzstellen auf, an der Projektwoche teilzunehmen. Vereine, Einrichtungen und Gruppen sind eingeladen, zu den sonst auch üblichen Öffnungs- oder Einsatzzeiten Menschen mit Behinderung die Chance zu geben, ihr Ehrenamt kennenzulernen. Dabei ist es möglich, einfach nur die Chance zum Schnuppern zu bieten oder aber auch ein längerfristiges Ehrenamt anzubieten, wenn die Chemie stimmt. "Alles kann – nichts muss! Es geht eben um freiwilliges Engagement", so Ilka Backs vom Projekt "E.V.E. – Erlebe Vielfalt im Ehrenamt".
Ehrenamt gelingt auch mit Behinderung
"Wir setzen uns schon seit Jahren für das Thema "Inklusion" ein. Darum sind wir gerne bei den Planungen dabei", berichtet Diana-Haselhoff Gruber, Mitglied der Glücksgen 21-Gruppe und Mutter eines Sohnes mit Trisomie 21, besser bekannt als Down-Syndrom. "Viele haben bei Menschen mit Behinderung nur im Kopf, dass sie Hilfe brauchen – das, was sie können, wird selten gesehen", ergänzt Gaby Greskamp, ebenfalls Mutter und Mitglied bei Glücksgen 21. Ihre Tochter Nane ist bereits ehrenamtlich aktiv als Co-Trainerin einer Bewegungssportgruppe und beim Verteilen des Kirchenzettels. Sie weiß also, dass Ehrenamt auch mit Behinderung gelingt.
"Wichtig ist, dass die Erwartungen von Einsatzstellen und Interessierten übereinander passen – ob mit oder ohne Behinderung", so Stefanie Grünzner vom Freiwilligenzentrum. Darum wird hierauf im Vorfeld bei der Planung gut geachtet: Welche Fähigkeiten sind notwendig, wo liegen die Interessen, ist der Einsatzort erreichbar, passen die Uhrzeiten und anderes.
"Wir freuen uns, wenn wir mit der Projektwoche hoffentlich vielen Menschen und Einsatzstellen neue Möglichkeiten eröffnen", wünscht sich Heike Baalmann, ebenfalls Projekt E.V.E. "Alle interessierten Einsatzstellen sind herzlich eingeladen, sich bei uns oder dem Freiwilligenzentrum zu melden!" Enden wird die Projektwoche mit einer gemeinsamen Veranstaltung am 21. März - dem Welttag des Down-Syndroms. Auch wenn dieser Tag und die Arbeit der Glücksgen 21-Gruppe sich der speziellen Behinderung Trisomie 21 widmen, richtet sich das Angebot an alle Menschen mit Behinderung.
Alle interessierten Einrichtungen und Einsatzstellen oder Menschen mit Behinderung können sich unter der Telefonnummer 05931 807-252 (E.V.E.) oder 05931 8887020 (Freiwilligenzentrum) informieren.