Weihnachten in der Kita

„Gemeinsam ein Fest feiern“

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Frauen mit Kinder
Nachweis

Foto: Kita St. Marien

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Mit der Feier an Heiligabend möchte Kita-Leiterin Claudia Rohlauf (rechts im Bild) Familien eine Freude machen und ihnen auch ein Stück deutsche Kultur nahebringen.

Familien ein Gefühl von Weihnachten vermitteln – das möchte das Team der Kindertagesstätte St. Marien in Georgsmarienhütte. Warum die Erzieherinnen an Heiligabend in die Kita einladen, erzählt Claudia Rohlauf im Interview.

Heiligabend in der Kita – wie ist es zu dieser Idee gekommen?
Wir haben uns gefragt: Wie feiern wir Weihnachten in der heutigen Zeit? Jeder für sich in den eigenen vier Wänden oder in Gemeinschaft? Ich finde, Weihnachten muss hinaus in die Welt. Es gibt so viel Trauer, Dunkelheit, Einsamkeit, auch bei uns in den Familien. Weihnachten bringt die Menschen zusammen. Daher wollen wir gemeinsam ein Fest feiern, Zeit miteinander verbringen, Glücksmomente schaffen. Weihnachten ist mehr als nur ein Fest, es muss im Herzen sein.

Was planen Sie?
Wir haben bewusst nachmittags eingeladen, nach dem Ende der Krippenfeier in der Kirche. Für die Feier der Heiligen Nacht muss es dunkel und heimelig sein, es muss kribbeln. Das gehört auch zu Weihnachten. Wir feiern im Pfarrsaal und im Turnraum, den wir festlich schmücken wollen.

Gibt es auch eine Bescherung?
Wir wollen Lieder singen und die Weihnachtsgeschichte hören. Sie wird als Leinwandkino gezeigt. Damit wollen wir Familien auch unsere Kultur nahebringen und ihnen ermöglichen, Weihnachten zu erfahren – als Fest der Gemeinschaft und des Friedens. In diesem Jahr haben wir zum ersten Mal Dolmetscher, die die Weihnachtsgeschichte übersetzen. Anschließend sind wir gemütlich beisammen, es gibt Getränke, Lebkuchen, Kekse und auch ein Geschenk für jedes Kind.

Wie groß ist das Interesse?
Wir haben beim Anmeldetag für die Kita-Kinder bereits eine erste Werbung gestartet und es haben sich gleich acht Familien spontan angemeldet. Das ist enorm viel und zeigt, dass ein großes Bedürfnis da ist, Heiligabend in Gemeinschaft zu erleben. Auch bei den Kita-Familien ist das Interesse groß. Es kommen immer mehr Anmeldungen. 2025 nehmen insgesamt 130 Personen teil. Und es kommen immer noch mehr dazu. Jeder ist willkommen, keiner wird ausgeschlossen.

Ist das Bedürfnis dieses Jahr besonders groß?
Es gibt schon viel Not. Eine Familie erzählte mir, sie kämen gern, da sie zu Hause gar keinen Platz haben, um einen Tannenbaum aufzustellen. Wir haben auch Familien in der Einrichtung, die in den Unterkünften leben oder alleinstehend sind. Sie sind froh, wenn sie Angebote wahrnehmen können und nicht das ganze Wochenende in den engen Räumen sitzen. 

Haben Sie Helfer?
Diakon Thomas Puke unterstützt mich. Auch ein Ehepaar aus meinem Familienkreis hat zugesagt. Die Familienkasse der Kirchengemeinde stellt Geld zur Verfügung. Es sind auch bereits viele Spenden gekommen, die Kollegen in der Einrichtung backen Kekse mit den Kindern. Es kommen gerade ganz viele, die irgendwie mithelfen. Das zeigt: Weihnachten bringt Menschen in vielfältiger Weise zusammen.