Sankt-Ansgar-Woche
International und ökumenisch
Foto: Marco Heinen
Als Dauerleihgabe befindet sich seit 2011 ein Unterarm-Reliquiar des heiligen Ansgar im St. Marien-Dom. Der Name Ansgar bedeutet „Speer Gottes“, daher ist das Reliquiar in Form eines Köchers mit Pfeilen gestaltet.
„In diesem Jahr kommt der Ansgarwoche eine ganz besondere Bedeutung zu“, hebt Erzbischof Stefan Heße in einem Flyer hervor, der das Programm des Patronatsfestes auflistet. Denn es ist 2026 genau 1200 Jahre her, dass der „Apostel des Nordens“ und Bistumsgründer auf seiner ersten Missionsreise das Gebiet des heutigen Dänemark erreichte. Zudem steht die Ansgarwoche – fast – am Anfang der Feierlichkeiten und Veranstaltungen, mit denen über das ganze Jahr hinweg aus diesem Anlass an Ansgar erinnert wird. Nicht geändert hat sich das Motto „miteinander hier – füreinander da“.
Die Ansgarwoche beginnt mit der schon traditionellen „Messe der Nationen“, und zwar am Samstag, 31. Januar um 18.15 Uhr im St. Marien-Dom. Zelebrant ist Dekan Thomas Benner in Konzelebration mit den Mitbrüdern aus den Gemeinden von Katholiken anderer Muttersprachen (GKaM). Gegen 19.30 Uhr folgt dann nebenan im Haus der Kirchlichen Dienste und im Pfarrsaal das Fest der internationalen Kulturen, bei dem kulinarische Spezialitäten, Musik, Gesang und Tanz aus den Ländern dieser Gemeinden geboten werden. „Unsere Internationalität und Offenheit hier in Hamburg ist ein Schatz, der uns trägt und verpflichtet“, schreibt der Erzbischof dazu.
Offiziell eröffnet wird die Sankt-Ansgar-Woche am Sonntag, 1. Februar mit einem Pontifikalamt um 10 Uhr, das Heße im St. Marien-Dom zelebriert. Im Laufe der Woche folgen dann verschiedene ökumenische Gebete und Vespern. So findet am Montag, 2. Februar um 12 Uhr im St. Marien-Dom ein gemeinsames Mittagsgebet mit orthodoxen Geistlichen statt. Und am Dienstag, 3. Februar wird um 19 Uhr eine ökumenische Sankt-Ansgar-Vesper in der Hauptkirche St. Petri (Mönckebergstraße 5) abgehalten. Am Mittwoch, 4. Februar hält Pater Athanasius Basta Badres um 15 Uhr im Sophien-Saal der Gemeinde Sankt-Sophien in Hamburg-Barmbek einen Vortrag zur 2000-jährigen Geschichte der koptisch-orthodoxen Kirche. Er freue sich besonders, dass die Sankt-Ansgar-Woche jedes Jahr auch von ökumenischer Verbundenheit geprägt sei, hebt der Erzbischof in dem Flyer hervor. Zum Abschluss gibt es am Sonntag, 8. Februar um 18.15 Uhr eine katholische Sankt-Ansgar-Vesper im St. Marien-Dom, bei der auch die Sankt-Ansgar-Medaille an Andreas Damm verliehen wird (siehe weiteren Artikel dieser Ausgabe). Offiziant ist Erzbischof Stefan Heße.
Bischof Philippe Jean-Charles Jourdan aus Tallinn zu Gast
In den ersten Tagen der Ansgarwoche wird auch Philippe Jourdan, Bischof von Tallinn, zu Gast im Erzbistum sein. „Der Besuch dient dem Kennenlernen und dem Austausch“, erläutert Anna Slawek, Referentin des Erzbischofs. Jourdan kehrt mit dem Besuch an eine Wirkungsstätte von Eduard Profittlich zurück, dem ersten Titularbischof von Tallinn. Der Jesuitenpater, der im vergangenen Jahr selig gesprochen wurde, legte seine Ewige Profess 1930 in Hamburg ab und arbeitete dann zwei Jahre am Kleinen Michel als Kaplan und Polen-Seelsorger. 1930 ging er nach Estland, wo er maßgeblich zum Wiederaufleben des katholischen Glaubens beitrug. Profittlich wurde von der sowjetischen Besatzung „wegen kontrarevolutionärer Tätigkeit und Agitation in der Kirche“ zum Tode verurteilt, starb aber vor der Vollstreckung wahrscheinlich an Entkräftung am 22. Februar 1942.
Kurz vor Beginn der Ansgarwoche findet am 25. Januar in Kopenhagen die feierliche Eröffnung des Ansgarjahres statt. Zu dem Pontifikalamt um 16.30 Uhr in der dortigen Ansgar-Kirche sind auch Erzbischof Stefan Heße und das gesamte Domkapitel geladen. Aus Rom reist dazu auch der päpstliche Legat, Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin an. Bei dem anschließenden Festakt wird eine Festschrift vorgestellt, für die auch Heße einen Beitrag geschrieben hat.