Bundestreffen der Katholischen Landjugend
Ländlich heißt nicht Stillstand
KLJB Osnabrück
Die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) ist deutschlandweit aktiv; hier der Diözesanvorstand aus dem Bistum Osnabrück.
Jeden Abend Zeit zum Feiern, tagsüber die Gelegenheit, gemeinsam etwas zu erleben und sich fachlich auszutauschen - so sieht das Programm für die jungen Leute aus, die zum Bundestreffen der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) ins Emsland kommen, vom 6. bis zum 9. August. Gastgeber ist die KLJB-Ortsgruppe Vrees. Nachdem klar war, dass man den Zuschlag erhält, haben die Emsländer in Abstimmung mit dem Bundesvorstand ein umfangreiches Programm erarbeitet, mit dem die Delegierten gut beschäftigt sind. Unter dem Stichwort „Ackerschnack“ gibt es Workshops und Exkursionen, für die man sich im Vorfeld anmelden konnte, je nach Interesse. Themen wie Klimawandel, Landraub, Naturschutz oder grüne Energie aus Biogasanlagen standen ebenso zur Auswahl wie Fragen nach der Zukunft der Kirche oder wie es ist, „queer auf dem Land“ zu sein. All das können die jungen Leute miteinander diskutieren.
Was zeichnet Dorfleben heute aus und welche Entwicklung wird es nehmen? Die Rahmenbedingungen müssen stimmen, damit junge Leute nicht wegziehen, sagt Henner Silies, der im Vorbereitungskomitee aktiv war. Bietet der ländliche Raum Kitas, Schulen, Sportstätten? Arztpraxen und Supermärkte? Manchmal kann ein Ort auf die Entwicklung Einfluss nehmen. So werden einige Teilnehmer des Bundestreffens bei ihrer Exkursion nach Rastdorf fahren und dort das Konzept des „Tante Enso“-Supermarktes kennenlernen.
Tante Enso Supermärkte sind genossenschaftlich organisiert. Das Bremer Handelsunternehmen, das dahintersteht und die Tante Enso-Läden beliefert und betreibt, eröffnet einen kleinen Supermarkt, wenn sich mindestens 100 Personen aus einem Ort mit genossenschaftlichen Anteilen von mindestens 100 Euro an dem Geschäft beteiligen. So soll sichergestellt werden, dass sie künftig auch selbst dort Kunden sind und die Leute nicht ständig in den Nachbarort fahren, um dort einzukaufen. Der Laden ist tagsüber stundenweise mit Verkaufspersonal besetzt. Über die Ladenöffnungszeiten hinaus kann man dort mit der Tante-Enso-Karte Zutritt erlangen und einkaufen, also 24 Stunden am Tag, an sieben Tagen in der Woche. Solch ein Modell könnte zukunftsweisend sein für Standorte, an denen Supermarktketten kein Interesse haben.
Das Programm des Bundestreffens ist so geplant, dass auch das Miteinander nicht zu kurz kommt. „Wir haben jeden Abend eine kleine Fete“, so sagt Henner Silies. Denn zum Leben auf dem Land gehört nicht nur die Arbeit, sondern auch die Gemeinschaft. „Wir wollen zeigen, wie unsere Landjugend hier lebt und wie wir unseren Alltag bestreiten“, sagt Silies. So konnten auch Workshops gewählt werden zu Brettspielen, Doppelkopf, Kleinkaliberschießen und Kegeln sowie ein DJ-Workshop, bei dem die Teilnehmer lernen, die Tanzfläche zum Beben zu bringen - schließlich feiern viele Landjugendgruppen auch Feten.
Das Motto der gastgebenden Ortsgruppe Vrees lautet „Ländlich bedeutet nicht Stillstand“. Das gilt in Vrees und ganz Deutschland. Bundesweit befasst sich die Katholische Landjugendbewegung mit der Entwicklung des ländlichen Raums, Ökologie, Theologie, Diversität, Jugendpolitik und internationaler Entwicklung. Die KLJB Deutschland ist über ihren Dachverband MIJARC mit anderen Landjugendbewegungen weltweit verbunden. Die Abkürzung MIJARC steht für „Mouvement International de la Jeunesse Agricole et Rurale Catholique“, französisch für „internationale katholische Land- und Bauernjugendbewegung“.