Landesgartenschau Bad Nenndorf
Ein positives Bild der Kirche
Foto: Matthias Petersen
Aus Überzeugung: "Ich glaub' dran" steht auf den T-Shirts dieser Helferinnen vor dem Kirchenzelt. Zweite von rechts ist Sabine Kalkmann.
Schon mancher Besucher hat beim Blick auf das Kreuz laut gelacht. Oder zumindest geschmunzelt. Sieht er doch sich selbst aus einer völlig ungewohnten Perspektive. Oder die Person auf der anderen Seite des Kreuzes. Das Kreuz ist mit Lamellen versehen, man sieht jeweils nur bruchstückhaft, was sich spiegelt. Daraus entsteht ein völlig neu zusammengesetztes Bild zweier Personen, wenn sich gegenüber auch jemand platziert. So wie der kleine Junge und sein Vater. Wegen der Verzerrung sah es für einen Moment so aus, als hätte das Kind einen Bart.
„Das muss gut werden“ – Sabine Kalkmann, Gemeindereferentin im Weserbergland, erinnert sich noch genau, was sie dachte, als das Angebot auf dem Tisch lag, dass sich die Kirchen auf der Landesgartenschau ökumenisch präsentieren. Zusammen mit der evangelisch-lutherischen Pastorin Anja Sievers hat sie den Pavillon entwickelt, Studierende aus Osnabrück haben dabei geholfen. Credo der beiden Frauen: Sie wollen den Besuchern des Pavillons ein gutes Gefühl mitgeben, sie wollen im besten Sinne missionieren, die frohe Botschaft weitersagen.
Ein großer Stab an Ehrenamtlichen hilft dabei. Die Frauen und Männer stehen für Gespräche zur Verfügung, machen Aktionen – und an jedem Tag um 14.30 Uhr gibt es eine Andacht. Ein kurzer Moment der Stille und des Innehaltens für Besucher, die sich sonst an bunten Farben und vielen Blumen sattsehen können. Außerdem gibt es eine Reihe an Aktionen und besonderen Gottesdiensten. Das war zum Beginn der Gartenschau der Fall, mit einem Gottesdienst wird sie im Oktober auch beschlossen. Auf diese deutliche Verzahnung sind die beiden Seelsorgerinnen schon ein wenig stolz – mit Recht.
Zum Programm im Kirchenzelt gehören außerdem lockere und ungezwungene Angebote: An einem heißen Tag im Juli präsentierten sich die evangelischen Frauenstifte der Umgebung, am Gedenktag der heiligen Maria Magdalena war die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) zu Gast. Christliches Yoga, ein Gospelchor, Malaktionen für Kinder – alles kommt vor.
Das Kirchenzelt liegt genau an zwei Hauptwegen, viele Besucher kommen hier vorbei. Längst nicht jeder sucht die Nähe, mancher aber auch ganz bewusst. Worum geht es in den Gesprächen? „Um alles, was die Menschen mitbringen“, sagt Sabine Kalkmann: den Tod eines Partners, Suizid in der Familie, Lebenskrisen, Missbrauch – lauter schwere Themen. Aber auch fröhliche – „das ist hier einfach Seelsorge pur“, sagt sie. Im Mittelpunkt steht dabei immer das Kreuz, und wenn jemand den Hintergedanken mit den Spiegellamellen nicht versteht, kann das ein Einstieg ins Gespräch sein. Kalkmann: „Wenn die Kirche zum Lächeln anregt, ist das doch etwas ganz Kostbares, ganz Schönes“.
Eucharistiefeiern am 2. August mit Pfarrer Markus Grabowski, am 30. August mit Weihbischof Martin Marahrens (jeweils Sonntag um 11 Uhr).
Hier geht es zum Internetauftritt der Kirchen auf der LaGa.