Neue Friedhofskapelle für Langen

Mit Kreuz und Sonne

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Vier Menschen in einer Friedhofskapelle
Nachweis

Foto: Elisabeth Tondera

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Über die künstlerisch gestaltete Ausgangstür zum Friedhof freuen sich (von links) Leo Lüggermann, Birgit Klaas, Agnes Buschermöhle und Renate Kallage von der Projektgruppe Friedhofskapelle. Foto: Elisabeth Tondera

In der Kirchengemeinde St. Matthias in Langen ist die Friedhofskapelle auf altem Grundriss neu gebaut worden. Dank der besonderen Lage im Ortskern ist sie von allen vier Straßen zu sehen, die im Dorf zusammenführen.

Zweieinhalb Jahre lang hat eine aus neun Mitgliedern des Kirchenvorstands und Pfarrgemeinderates bestehende Projektgruppe an der Planung und Gestaltung gearbeitet. „Die alte Friedhofskapelle war in den 1960er Jahren errichtet und entsprach nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Das Dach war sanierungsbedürftig, vor allem aber fehlte der Abschiedsraum“, sagt Leo Lüggermann, stellvertretender Vorsitzende des Kirchenvorstands. Die ersten Überlegungen habe es bereits 2019 gegeben, aber durch Corona und den Ukraine-Krieg sei die Ausführung verzögert worden.

Die Projektgruppe hat die Zeit genutzt, um den Neubau optimal in die Umgebung einzupassen und auf die Bedürfnisse der Trauernden abzustimmen. „Um Anregungen zu bekommen, haben wir uns viele Friedhofskapellen in der Umgebung angeschaut“, berichtet Gemeindereferentin Agnes Buschermöhle, und Birgit Klaas vom Kirchenvorstand ergänzt: „Wir haben uns viel Zeit für die Details genommen.“ 

Eine Friedhofskapelle
Die neue Friedhofskapelle in Langen fügt sich harmonisch in das Gesamtbild des Dorfes ein. Foto: Elisabeth Tondera

Das Ergebnis ist beeindruckend. Mit der hellen Putzfassade mit Sandstein und den roten Tondachziegeln harmoniert die neue Friedhofskapelle mit dem Natursteinbau der angrenzenden Kirche und fügt sich in das Gesamtbild des Dorfes ein. Der freundlich gestaltete Innenraum wirkt einladend, durch die großen Glasflächen fällt viel Licht ein. Auch der neu angebaute Abschiedsraum ist so gestaltet, dass sich die Angehörigen wohlfühlen können. Alle Gegenstände, Materialien und Farben sind darauf ausgerichtet, den Charakter der Räume hervorzuheben. Eine besondere Rolle spielt dabei die Ausgangstür zum Friedhof, die in der alten Kapelle nicht vorhanden war. 

„Der zweite Ausgang war sehr wichtig, damit die trauernden Angehörigen nicht mehr durch die wartende Menschenmenge zur Beisetzung zurückgehen müssen“, sagt die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Renate Kallage. „Mit der Zeit entwickelte sich der Gedanke, die neue Ausgangstür künstlerisch zu gestalten. Dabei sollte unser Glaube Ausdruck finden.“ Entstanden ist eine aus mehrfarbigem, in Blei gefassten mundgeblasenen Antikglas erstellte Tür, die je nach Lichteinfall die Raumatmosphäre verändert und durch die Gestaltung der Glasflächen und die Farbsymbolik für Leben, Tod und Auferstehung steht. Der Rahmen im Inneren der Tür stellt ein Kreuz dar, im oberen Teil ist die aufgehende Sonne zu sehen, im unteren Teil zeigen die in sich gemusterten grünen, braunen, blauen, gelben und roten Flächen das ländliche Leben. 

Viel ehrenamtliche Arbeit

Ermöglicht wurde das Vorhaben dank der EU-Förderung über das Dorferneuerungsprogramm, die mit 150 000 Euro 45 Prozent der Baukosten von 365 000 Euro abdeckte. Mit 80 000 Euro beteiligte sich die politische Gemeinde, 10 000 Euro steuerte das Bistum für religiöse Symbole bei (Ausgangstür zum Friedhof). Der Rest wurde finanziert aus Eigenmitteln und Spenden aus der Gemeinde. 

Außerdem ist viel ehrenamtliche Arbeit geleistet worden. „Mehr als 700 Stunden haben Gemeindemitglieder in die Vorbereitung des Abbruchs der alten Kapelle, Ergänzung der Friedhofsmauer, Erstellung der Pflasterfläche und Anlage von neuen Beeten investiert“, sagt Leo Lüggermann und hebt die Leistung des Kirchenvorstandsmitglieds Klaus Engelshove hervor, der mit Unterstützung von Rainer Niemöller-Schwarte vom Pfarrgemeinderat sämtliche Elektroarbeiten geplant und ausgeführt hat. 

 

Elisabeth Tondera