Warum der Neuanfang in der Kita auch bei den Eltern beginnt

„Tschüss Mama, du kannst jetzt gehen“

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Eine Gruppe Kitakinder läuft auf einer Straße.
Nachweis

Foto: note thanun via Unsplash

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Sie werden so schnell groß: Kinder in der Kita. Im Spätsommer gibt es für Kinder und Eltern einen Neuanfang – und zwar im Kindergarten.

Für Eltern und Kinder ist der Wechsel in die Krippe oder Kita ein besonderer Moment: Kinder müssen Zeit ohne ihre Eltern verbringen – und Eltern ohne ihre Kinder. Die Leiterin der Kita St. Elisabeth in Nordhorn, Petra Krull, weiß, wie wichtig dieser Neuanfang ist – und wie er für alle angenehmer wird.

„Tschüss Mama, du kannst jetzt gehen“ ist ein Satz, den Petra Krull kennt. Die Kitaleiterin kennt die Situation: Die Eltern hängen an ihrem Kind und wollen nicht gehen. „Nein, das Kind hat entschieden, Sie dürfen gehen, dann dürfen Sie auch ohne schlechtes Gewissen gehen“, sagt Krull in diesen Momenten zu den Eltern. 

Eine Frau mit weißen, kurzen Haaren, Brille und Kreuzkette.
Petra Krull leitet die Kita St. Elisabeth in Nordhorn. 

Sie leitet die Kita St. Elisabeth in Nordhorn. Bald beginnt das neue Kitajahr und 36 Kinder kommen neu oder wechseln von der Krippe in den Kindergarten. In St. Elisabeth wird das Berliner Eingewöhnungsmodell angewandt. Dabei werden die Trennungsphasen zwischen Kindern und Eltern schrittweise erhöht, bis sich das Kind von der Kita-Fachkraft trösten lässt und den Kindergarten gerne besucht. Dann gelten Kinder als eingewöhnt.

„Die Eingewöhnung ist für die Kinder elementar wichtig“, sagt die Leiterin, „denn wenn wir da keine gute Basis geschaffen haben, kann es immer schwierig werden im Laufe der Kindergartenzeit.“ Für Krull geht die Eingewöhnung der Kinder nicht am ersten Kitatag los: „Für mich fängt die Eingewöhnung damit an, die Eltern anzunehmen, Fragen zu beantworten und Unsicherheiten zu erklären.“ Die Eltern werden dabei auch digital eingebunden: Manchmal nehmen Kita-Beschäftigte Videos der spielenden Kinder auf und zeigen diese den Eltern. Krull macht das, damit sie wissen: „Ja, mein Kind ist hier glücklich und spielt wirklich mit anderen Kindern.“ Die Eltern haben dann ein besseres Gefühl, ihre Kinder bei der Kita zu lassen.

Ein Neuanfang in der Kita ist vor allem eines: immer individuell. Auch Eltern haben unterschiedliche Reaktionen auf den Kitabeginn: Einige sind stolz, „weil sie sehen, dem Kind geht es wirklich gut“, andere „können es kaum fassen, dass ihr Kind zu anderen Bezugspersonen geht und auch zufrieden ist“, sagt Krull. Ebenso reagieren die Kinder auf Veränderungen auf unterschiedliche Weise. Manche Kinder sind nach ein paar Tagen schon so weit, dass sie sagen: „Es ist in Ordnung, wenn Papa geht“, andere brauchen dafür Wochen. 

Vor allem das Alter der Kinder spielt eine große Rolle für die Eingewöhnung, sagt Petra Krull. Wenn ein- oder zweijährige Kinder in die Krippe kommen, sind sie sehr neugierig, gehen offen auf neue Begebenheiten zu und haben noch keine Trennungsängste. „Ab zwei Altersjahren wird es schon schwieriger, weil die merken: Mama geht und kommt nicht wieder.“ Besonders wichtig laut Krull ist, dass die Kinder wissen, dass „Mama und Papa wiederkommen, wenn es hier brenzlig wird“.

Anton Kensbock