Erinnerung an den 9. November 1938

"Verantwortung übernehmen"

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Porträtfoto Weihbischof Marahrens
Nachweis

Foto: Bistum Hildesheim

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Diözesanadministrator Weihbischof Martin Marahrens ruft zum Gedenken an den 9. November auf.

„Erinnern und Gedenken heißt Verantwortung übernehmen“, sagt der Hildesheimer Weihbischof Martin Marahrens zur Bedeutung des 9. Novembers für unsere Gesellschaft heute.

Zum 9. November unterstreicht Weihbischof Martin Marahrens, Diözesanadministrator des Bistums Hildesheim, die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur sowie die Verantwortung, die aus den Erfahrungen der deutschen Geschichte erwächst. Das Gedenken an die historischen Ereignisse dieses Tages sei zugleich Mahnung und Auftrag, sich für Demokratie, Menschenwürde und ein respektvolles Miteinander einzusetzen.

Zu Bedeutung des 9. Novembers für unsere heutige Gesellschaft sagt Weihbischof Marahrens:

„Der 9. November steht wie kaum ein anderes Datum für die Vielschichtigkeit der deutschen Geschichte: für den Aufbruch zu Freiheit und Demokratie 1918, den gescheiterten Hitlerputsch 1923, die Pogrome gegen Jüdinnen und Juden 1938 und den Fall der Berliner Mauer 1989. Daher ist der 9. November nicht nur ein Tag des Gedenkens und der Erinnerung. Er ist auch ein Tag, an dem wir alle uns fragen müssen, welche Verantwortung wir heute für unsere Gesellschaft und unsere Demokratie übernehmen wollen. Denn die Geschichte mahnt uns, wachsam zu bleiben und jeder Form von Menschenfeindlichkeit, Ausgrenzung und Hass entschieden entgegenzutreten.

Die Novemberpogrome von 1938 mögen lange zurückliegen, doch auch heute werden Jüdinnen und Juden bedroht, angefeindet und ausgegrenzt – in Deutschland, hier in Niedersachsen und mitten in unserer Gesellschaft. Erst vor wenigen Tagen hat mich die Nachricht von einem Angriff auf eine Synagoge in Hildesheim erreicht. Dieser Vorfall führt uns schmerzlich vor Augen, dass jüdisches Leben auch bei uns nicht selbstverständlich sicher ist. Das dürfen wir nicht hinnehmen!

Wir haben Verantwortung für das, was jetzt in unserer Gesellschaft passiert. Erinnern bedeutet deshalb auch, heute zu handeln: dem Antisemitismus entschieden entgegenzutreten, jüdisches Leben zu schützen und unsere Demokratie gegen Hass und Ausgrenzung zu verteidigen. „Nie wieder“ ist kein bloßes Versprechen an die Vergangenheit, sondern vor allem ein Auftrag für unsere Gegenwart!“

Hier finden Sie eine Übersicht über Gedenkveranstaltungen zum 9. November.