Was uns diese Woche bewegt
Weihnachtskekse im Juli
Vielleicht kennen Sie diese journalistische Grundregel: Interessant ist das Ungewöhnliche. Nicht, dass der Hund den Mann beißt, ist den Medien eine Meldung wert, sondern wenn der Mann den Hund beißt. Nicht, dass es zu Weihnachten wieder Kekse gibt, ist von Belang, sondern dass wir uns im Juli bei tropischen Temperaturen damit beschäftigen.
Stopp, werden Sie vielleicht sagen. Wir wissen schon, worauf es hinausläuft: Ende August steht doch wieder Lebkuchen im Supermarktregal. Viel zu früh! Ist auch ein beliebtes Thema. Steht aber jetzt nicht im Mittelpunkt.
Bei Kaffee und Erdbeerkuchen mit Sahne saß ich vor ein paar Tagen am Tisch einer Gesprächspartnerin, die eine ausgezeichnete Aktion koordiniert: Doris Schmidtke, die früher mal Superintendentin in Georgsmarienhütte war, hat sich als Mitglied der Osnabrücker Diakoniestiftung der Idee verschrieben, dass bedürftige Familien in der Adventszeit Kekse backen können. Der Plan ist so einfach wie genial: 100 Ehrenamtliche packen im November Päckchen mit den Backzutaten, die dann über die Tafeln in der Umgebung verteilt werden. Dafür sammeln sie und ihre Mitstreiter Spenden.
Damit der Plan aufgeht, muss frühzeitig die Werbetrommel gerührt werden. Und so meldete sich die Pastorin im Ruhestand mitten im Sommer und bat um ein Gespräch, damit der Artikel bald in der Zeitung stehen kann. Weil man nie weiß, was noch dazwischenkommen kann, haben wir uns fix zusammengesetzt. Und im Sommer über Weihnachtskekse gesprochen. Die Vorfreude auf das Fest der Geburt Christi kann beginnen. Die Tage werden ja auch schon wieder kürzer.