Emeritierter Bischof Bode

Zurück zu den Wurzeln

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Ein Mann sitzt im Sessel und betrachtet ein Fotoalbum auf seinen Beinen
Nachweis

Foto: Matthias Petersen

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Blick zurück: Bischof Franz Josef Bode blättert im Fotoalbum seiner Priesterweihe.

Vor 50 Jahren wurde Franz-Josef Bode in Paderborn zum Priester geweiht. Später war er 28 Jahre lang Bischof von Osnabrück. Der Weg zur Weihe und die unmittelbar darauf folgenden Jahre haben ihn so sehr geprägt, dass er jetzt umzieht und in seine Heimat zurückkehrt.

Ein nasskalter Tag in Paderborn, trübe, feucht. Das Wetter mag so gar nicht dazu passen, dass es für neun junge Männer, ihre Familien und letztlich das gesamte Erzbistum ein Freudentag ist. Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt legt jenen neun Männern die Hände auf und weiht sie durch sein Gebet zu Priestern. Einer von ihnen ist erst 24 Jahre alt: Franz-Josef Bode. Das ist jetzt 50 Jahre her.

"Dass das schon so lange her ist ..."

Wenn Bode heute das Fotoalbum mit Bildern des Tages zur Hand nimmt, wird die Zeit wieder lebendig. „Dass das schon so lange her ist ...“, sagt er und lässt den Satz in der Luft hängen. Gerade hatte er seine Zeit als Diakon in einer Gemeinde in Witten beendet, jetzt kam er als Kaplan nach Lippstadt. Nach einem Jahr starb plötzlich der Pfarrer, und der gerade 25 Jahre alte Neupriester musste einspringen – wusste sich aber getragen von der Gemeinde: „Die haben alle hinter mir gestanden.“ Bald rief ihn der Erzbischof, Bode sollte promovieren, wurde in der Priesterausbildung eingesetzt, danach als Pfarrer in Fröndenberg. Heute sagt er, dass er die gesamte Zeit als Priester, auch als Bischof, positiv erlebt habe. Bereuen würde er da nichts: „Ich würde es wieder tun.“

28 Jahre lang stand er an der Spitze des Bistums Osnabrück, vor allem in der ersten Hälfte dieser Zeit machte er immer wieder darauf aufmerksam, woher er stammte. Manchem ging das zu weit: „Kommt er denn nie hier an?“, hieß es laut und leise, wenn er in Reden oder Ansprachen wieder seine Paderborner Herkunft erwähnt hatte. „Ich bin im Bistum Osnabrück durchaus angekommen“, sagt er heute im Gespräch. Und doch wird er Stadt und Bistum in wenigen Wochen verlassen. Der Sog aus Paderborn ist stärker. Es sind die Beziehungen, die ihn über die langen Jahre genährt haben. Zum Beispiel der Familienkreis in Fröndenberg, mit dem er sich seit 40 Jahren trifft. Zum Beispiel der Kontakt in seine Diakonatsgemeinde, wo er vor kurzem einen Gottesdienst mitfeierte: „Lauter Lieder von Jansen haben wir gesungen. Mit der Band, die seit der Zeit besteht.“ Und das, obwohl seine Diakonatszeit nur zehn Wochen gedauert hat.

Demnächst Umzug nach Paderborn

Mit dem Eintritt in den Ruhestand zog Bode vor gut zwei Jahren in eine geräumige Wohnung zwischen Dom und Theater. Alles schien so recht zu passen, aber dann merkte er doch, dass die Beziehungen in Osnabrück andere sind als die in Paderborn. „Die meisten Menschen in Osnabrück habe ich durch mein Amt kennengelernt, und das fällt ja jetzt weg.“ Zwar habe er viel Besuch und führe viele Gespräche, aber „das ist dann doch alles im Nachklang meines Bischofsamtes“. Vor ein paar Wochen hat sich eine neue Perspektive ergeben: In Paderborn ist ausgerechnet die Wohnung freigeworden, die Bode schon in seiner Zeit als Weihbischof sein Eigen nennen durfte. Und genau dort wird er wieder einziehen, der Möbelwagen ist für Anfang Februar 2026 bestellt. Seinen 75. Geburtstag am 16. Februar wird er also schon in Paderborn feiern. Aber: „Ich bleibe Priester des Bistums Osnabrück. Und eines Tages möchte ich in der Bischofsgruft im Dom bestattet werden.“

 

Matthias Petersen

Termin

Am Tag des Goldenen Priesterjubiläums, dem 13. Dezember, feiert Bischof Bode zusammen mit Bischof Dominicus und weiteren Jubilaren (Alfons Strodt, Ansgar Lüttel und Gerhard Gäde) um 10.30 Uhr im Osnabrücker Dom eine heilige Messe. Am 21. Dezember wird er in seiner Heimat Etteln sein Jubiläum begehen. In der Messe predigt Generalvikar Ulrich Beckwermert.