27 Chöre aus dem Bistum Erfurt singen gemeinsam im Dom

„Es war gewaltig!“

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eine Chorsängerin guckt verschmitzt in die Kamera
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Foto: Julia Reinard

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Christiane Ludwik, Leiterin des Kirchenchors Cäcilia aus Birkungen, sang für den Auftritt im Sopran, den hohen Frauenstimmen, mit.

Chöre aus dem ganzen Bistum Erfurt sangen bei einem Pontifikalamt erstmals gemeinsam eine Messe. Sie begeisterten die Gottesdienstbesucher, den Bischof – und sich selbst.

Das hat es im Erfurter Dom noch nicht gegeben: 27 Chöre mit 470 Sängern aus dem gesamten Bistum sangen am 23. August gemeinsam eine Messe des britischen Komponisten Christopher Tambling. Das hatten sie zwei Stunden zuvor zum ersten Mal getan. „Da war es vielleicht noch nicht ganz so gut“, sagt Thomas Dette vom Kirchenchor Cäcilia aus Birkungen rückblickend, „aber in der Messe passte es“.

Und wie es passte! Sie füllten stimmgewaltig den Dom, der auf allen Plätzen und zusätzlichen Bänken besetzt war. Beim „Gloria“ stimmten einige Gottesdienstbesucher mit ein. Die glasklaren Soli von Jurate Turbiasz, Kirchenmusikerin und Chorleiterin aus Dingelstädt, stiegen hinauf ins Gewölbe. Hohe wie tiefe Stimmen ergänzten einander. „Schön“, hörte man in den Reihen und Bischof Urlich Neymeyr fand: „470 Sänger singen gemeinsam und es klingt wie eine Stimme.“ 

„Es war gewaltig!“, so sagten es Käthe und Willi Hartmann aus Wettringen im Münsterland. Das katholische Ehepaar machte Urlaub in Erfurt und hatte beim Dombesuch von dem Treffen im Rahmen der Sonntagsmesse erfahren. Da sie selbst im Chor singen, sind die Zwei bewusst früh gekommen, um einen guten Platz zu bekommen. Käthe Hartmann habe besonders die Mischung aus lateinischen und moderneren Messgesängen gefallen – und das gemeinsame Singen der Chöre und Gemeindemitglieder am Ende der Messe.

Und den Sängern selbst? Sie haben das Konzert überall im Bistum seit Januar einstudiert. Woche für Woche hätten sie geübt, erzählt Christiane Ludwik, ebenfalls vom Kirchenchor Cäcilia in Birkungen. Es sei „richtig und wichtig gewesen, dranzubleiben.“ Mit 35 Sängern waren sie angereist und hatten sich in den Block der jeweiligen Stimme gesetzt. Die Chorleiterin stand mit im Sopran. Sie fand, es sei „gigantisch“ gewesen, die Stimmen hätten richtig voll geklungen.

Als „sehr ergreifend“ empfand Kerstin Volkmar vom katholischen Singkreis St. Stefan in Sonneberg die Messe. Und Chorkollegin Margarita Steiner ergänzte: „Mir sind gleich die Tränen gekommen. Es war sehr emotional und wunderschön.“ 

Der Gemeindechor St. Johann Baptist aus Jena machte aus dem Einstudieren dieser zusätzlichen Lieder eine Tugend: Er hätte die Messe inzwischen schon zwei Mal im eigenen Gottesdienst gesungen, erzählt Chorvorstand Thomas Grubert und das sei sehr gut angekommen. Verschmitzt ergänzt er: „Natürlich singen wir noch lieber mit 450 anderen Sängern.“ Denn es sei etwas anderes, in solcher Masse zu singen. Obendrein stärke das Treffen das Gemeinschaftsgefühl des Chors und der Chöre untereinander. 

Hunderte Stimmen koordinieren – das übernahmen nacheinander drei Dirigenten. Der Erfurter Domchor-Leiter Thomas Hofereiter hielt darüber hinaus auch die Gesamtorganisation des Treffens in den Händen. Und das sei eine Premiere gewesen, weil erstmals sowohl die Eichsfelder Chöre als auch die aus der Diaspora gemeinsam sangen.

Julia Reinard