Anstoß 19/2026
Kirche konkret erlebt
Pastoralreferentin in Neuruppin
Am Abend sind sie nochmal losgezogen, haben alle auf einer Techno-Party getanzt und sich richtig ausgepowert. „Einfach mal den Kopf freibekommen“, lacht sie. Am Tag drauf hört sie Kirchenglocken in der Umgebung. Die Neu-Hamburgerin folgt ihrem Impuls, schlendert dem Glockenklang entgegen und landet in einem Gottesdienst. „Das wollte ich dir erzählen. Sie haben dort eigentlich nur gesungen, ein paar Psalmen gelesen, nichts Besonderes“, sagt sie. „Aber ich bin runtergekommen. Es war richtig schön.“
In der Kirche konnte die junge Frau Gottes Gegenwart spüren. Runterkommen. Zu sich selbst, zur Mitte finden. Um intuitiv den eigenen Platz in der Welt zu entdecken. Darum geht es doch in so tumultigen Zeiten!
Wie wunderschön, wenn in Kirchen Musik erklingt, gemeinschaftlich gesungen und gebetet wird. Die Botschaft: Ich bin nicht allein unterwegs. Muss nicht aus eigener Kraft leben. Ich kann mich der Größe und Güte Gottes anvertrauen, die gute Dinge im Voraus bereitet. „Denn seine Geschöpfe sind wir, in Christus Jesus zu guten Werken erschaffen, die Gott für uns im Voraus bestimmt hat, damit wir mit ihnen unser Leben gestalten.“ (Eph 2, 10)
Ortswechsel – von Hamburg ins Havelland: An einer offenen Kirchentür klebt ein Hinweis, der mich positiv überrascht: „Herzlich willkommen zum Gottesdienst. Gehen Sie bitte nicht gleich wieder, nur, weil vielleicht keiner hier ist. – Kein Gottesdienst heute? Doch, denn wir feiern Gottesdienst – auch ohne Pfarrer oder Prediger. Genau hier in dieser Kirche am Sonntag um 10.30 Uhr.
Wir, das sind auch Sie und alle, die sich einladen lassen und Gemeinschaft unter dem Segen Gottes miteinander erleben möchten. Treten Sie ein und bleiben Sie. In den vorderen Bankreihen oder auf den Stühlen liegen die Hefte ‚Gottesdienst findet statt‘ oder ein ausgearbeiteter Gottesdienst als Angebot. Oder Sie gestalten ihn nach eigenen Ideen. Nehmen Sie Platz und sich die Zeit, miteinander Gottesdienst zu feiern, denn darum sind Sie hier.“