TAG DES HERRN-Wettbewerb „Kirche vor Ort“: Religiöser Kindervormittag in Bad Frankenhausen

Willkommen zur Franz-Stunde

Franzstunde Religiöse Kindervormittag

Foto: Eckhard Pohl

Während der heutigen Franz-Stunde haben die Kinder eine Puppe „im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ getauft. Im Anschluss zeichneten sie sich gegenseitig ein Kreuzzeichen auf die Hand.

Susanne May, Claudia Heber und Mitstreiterinnen bieten in Sömmerda und Bad Frankenhausen monatlich einen religiösen Kindervormittag an. Die Kinder sollen so ein Stück Gemeinschaft im Glauben erfahren.

Am liebsten bastelt Niklas (10) in der Franz-Stunde. Eine Kerze zum Beispiel. Oder ein kleines Schaf aus Pappe und Schafwolle. Aber er weiß auch, worum es an dem Samstag-Vormittag sonst noch geht: „Wir lernen etwas über Jesus und Maria. Und wir planen, was wir am Sonntag beim Gottesdienst machen.“

Niklas und seine Schwester Klara (6) sind zwei von zwölf Kindern, die heute an der Franz-Stunde in Sömmerda teilnehmen. Das Angebot ist nach dem Pfarrpatron Franziskus benannt. „Ich habe heute die Zahl ,Drei‘ mitgebracht. Was fällt euch dazu ein“, fragt Susanne May die versammelten Kinder. Sie leitet heute das Angebot anstelle ihrer Mitstreiterin Claudia Heber. May hält sonst einmal im Monat die Franz-Stunde in Bad Frankenhausen, was als Kirchort zur Pfarrei Sömmerda gehört.

Von den Kindern kommt: „Heilige drei Könige“, aber auch „drei Grundfarben rot, gelb, blau“. May will mit ihrer Frage auf das Fest Heilige Dreifaltigkeit lenken, das am morgigen Sonntag begangen wird. „Vorhin haben wir mit dem Kreuzzeichen ,Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes‘ begonnen“, erinnert sie.

"Im Vordergrund steht die Gemeinschaft"

Für Kinder von fünf bis 13 Jahren ein Angebot zu machen, sei angesichts der Altersspanne schon ein Problem, sagt May später. Außerdem seien „eineinhalb Stunden im Monat zu wenig“. Und die Kinder seien meist von der Woche geschafft. „Das ganze ist eine Gratwanderung“, sagt May. Im Vordergrund stehe „die Gemeinschaft. Die Glaubensvermittlung kriegen wir nur ansatzweise hin.“ Immerhin vier Kinder würden sonntags ministrieren. An der Erstkommunionvorbereitung ist May auch beteiligt gewesen.

Sie selbst sei in Bayern aufgewachsen und habe im Schul-Internat und in der Katholischen Jungen Gemeinde viel Gemeinschaft erlebt. „Es war eine super Zeit“, erzählt May begeistert. „Der Glaube braucht Gemeinschaft.“ Solche wolle sie wenigsten ein bisschen fördern. „Die Jugend erreichen wir leider nicht.“

Logo TdH-Wettbewerb Kirche vor OrtMit zwei kleinen Kindern in Sömmerda habe es für sie vor wenigen Jahren zwei Möglichkeiten gegeben: „Entweder ich werde evangelisch, weil die evangelische Gemeinde hier viele gute Angebote macht. Oder wir bieten ehrenamtlich etwas für die katholischen Kinder an, weil es keinen Hauptamtlichen gibt, der dies tun könnte.“

Seit 2021 findet nun am letzten Samstag im Monat mit rund zehn Kindern eine Franz-Stunde in Sömmerda und am Samstag darauf eine mit bis zu sieben Kindern in Bad Frankenhausen statt. Dort seien zwei ukrainische Kinder dabei, von denen eines bislang nicht gut Deutsch spricht. Drei weitere engagierte Frauen würden immer mithelfen, sagt May.

„Für Ehrenamtliche wie mich könnte es ab und an eine Art Einkehrtag mit Weiterbildung geben“, wünscht sich May. Bei der Vorbereitung probiere sie manches mit den eigenen Kindern aus.

Um die Aufforderung Jesu zum Taufen aus dem Sonntagsevangelium aufzunehmen, hat May heute eine Puppe, ein kleines Taufkleid, Kerze und Taufwasser mitgebracht. Nachdem die Kinder die Puppe getauft haben, zeichnen sie sich gegenseitig mit Weihwasser ein Kreuzzeichen im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes auf die Hand.

 

Dieser Beitrag ist Teil des TAG DES HERRN-Wettbewerbs „Kirche vor Ort“. Ihre Stimme können Sie einmalig bis zum 15. September im Internet (bit.ly/tdh-kirche-vor-ort) oder telefonisch (03 41 / 4 67 77 29) abgeben

 

Eckhard Pohl