Auf ein Wort
Das Leben wird schön
„Schönheit wird die Welt retten“, schreibt Fjodor Michailowitsch Dostojewski in seinem Roman „Der Idiot“. Eine unglaubliche Aussage! Schön wär’s, wenn dies geschehen würde!? Der russische Dichter suchte ein Leben lang die Schönheit in dieser Welt. Jedes Jahr begab er sich nach Dresden, um in der Gemäldegalerie Alte Meister bei Raffaels wunderschöner Sixtinischer Madonna zu verweilen.
Gerade weil er in seinen Romanen die düsteren Seiten des Menschseins entfaltete, hielt er Ausschau nach der Schönheit, weil sie uns zu einem liebenden Dasein bewegt. Eine Grundhaltung, der ich gerne folge, auch angesichts von so vielen Kriegen auf dieser Welt.
Die Lesung aus der Apokalypse bestärkt mich zu dieser Gratwanderung. Das letzte Buch der Bibel ist in einer angstbesetzten Verfolgungszeit entstanden. Es enthält viele verwirrende, pessimistische Aussagen. Zugleich wird eine Hoffnungsbotschaft in die Härte des Lebens hineingewoben und mit biblischen Urbildern wie „Baum und Wasser des Lebens, Wurzel und Morgenstern“ verdeutlicht. Auch im staunenden Verweilen in der Schöpfung können wir die göttliche Gegenwart in allem erahnen.
Schön kann unser Alltag werden, wenn wir mitten in den Herausforderungen und Verunsicherungen regelmäßig einen Moment innehalten, himmelwärts schauen und uns verbinden mit all dem Schönen, das uns auch heute erwartet. Wir sind mehr als unsere Zukunftsängste, weil auch unser Leben gut und schön aufgehoben ist im tragenden Grund unseres Daseins, in Christus, unserem Wegbegleiter.