Auf ein Wort

Etwas wirklich richtig Neues!

Über das Neue und das wirklich Neue: Gedanken unseres Autors Abt Johannes Eckert

Das Neue fasziniert. „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“, heißt es im Schlager, bei Google finden sich sekündlich News und der Mai macht bekanntlich „alles neu“.

Im letzten Buch der Bibel, der Apokalypse, verspricht auch Gott: „Seht, ich mache alles neu.“ Es ist interessant, dass im Griechischen hier nicht „neos“ steht, was etwas vorübergehend Neues bezeichnet, sondern das Wort „kainos“ – und das meint etwas wesenhaft Anderes, nicht das Neue, das tags darauf schon alt daher kommt. Alles wird wesenhaft neu durch Gottes Willen und durch die Beziehung zu ihm: keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal, kein Tod. Gott selbst trocknet die Tränen, heißt es, was an die Begegnung des Auferstandenen mit der weinenden Maria von Magdala am Grab erinnert. Seine Liebe ist stärker als der Tod.

Diese Liebe legt Jesus seinen Jüngern ans Herz: „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.“ Das ist das neue Gebot und auch hier wird „kainos“ verwendet. Was das bedeutet, zeigt Jesus am Beispiel der Fußwaschung. Seine Liebe zeigt sich in einem alltäglichen Dienst: Der Meister wird freiwillig zum Sklaven – das ist neu! In der Grundschule habe ich einmal mit den Kindern zusammengetragen, was das für sie bedeuten könnte: Jesus macht mir das Pausenbrot. Jesus tröstet mich, wenn ich eine Sechs geschrieben habe. Jesus spielt mit mir, wenn mir langweilig ist. Jesus lässt abends ein Licht an, wenn ich Angst im Dunkeln habe. Es macht Spaß, im Alltäglichen nach Gott zu suchen und seine Neuheiten zu entdecken.

Johannes Eckert