Was uns diese Woche bewegt
Heimatliche Gefühle bleiben
Ich hatte weder von dem Ort noch von dem Thema jemals gehört. Als ich vor 25 Jahren an meiner ersten Redaktionskonferenz beim Kirchenboten teilnahm, brachte meine Kollegin Petra Diek-Münchow eine Anfrage aus Ostfriesland ein: Wir seien zum Oldersumer Religionsgespräch eingeladen, wie wir damit umgehen wollten.
Damals war ich gerade vom östlichen Niedersachsen, wo meine Heimat ist, in den Westen des Bundeslandes gewechselt. Natürlich wusste ich, wo Ostfriesland liegt, aber der Ortsname Oldersum war mir nie in die Ohren gekommen. Hand aufs Herz, falls Sie nicht gerade in der betreffenden Gegend zu Hause sind: Hätten Sie’s gewusst?
Vor ein paar Tagen hat uns unser freier Mitarbeiter Werner Jürgens nun einen Beitrag zum gleichen Thema geschickt – 500 Jahre Oldersumer Religionsgespräch. Sie finden den Artikel in der neuen Ausgabe des Kirchenboten auf Seite 32. Das brachte mir mein Unwissen von vor 25 Jahren in Erinnerung.
In diesem Vierteljahrhundert habe ich die die Menschen und die Region Weser-Ems kennen und lieben gelernt. Ich bin auf viele liebenswerte Gesprächspartner gestoßen. Die Verbundenheit, die sich zwischen Gemeindemitgliedern und dem Kirchenboten ergibt, ist enorm. Mancher erzählt, dass er die Zeitung seit weit über 60 Jahren liest – da war ich noch nicht mal geboren.
So war es nicht schwer, in der neuen Heimat auch wirklich heimisch zu werden. Nur in einem Punkt hat es nicht funktioniert. Mögen die Fußballer des VfL Osnabrück auch noch so erfolgreich spielen – ich halte es weiter mit den Kickern von Eintracht Braunschweig. Heimatliche Gefühle kann man nicht ausschalten.