Zeitzeuge aus Ostfriesland

Holocaust-Überlebender Albrecht Weinberg gestorben

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Albrecht Weinberg
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Foto: imago/Funke Medien Service

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Erinnerung als Aufgabe: Albrecht Weinberg (links) bei einer Gedenkveranstaltung zur Befreiung des KZ-Außenlagers Ellrich-Juliushütte im Frühjahr 2022.

Der Holocaust-Überlebende Albrecht Weinberg, als Sohn einer jüdischen Familie im ostfriesischen Rhauderfehn geboren, ist im Alter von 101 Jahren in Leer gestorben. Weinberg überlebte die Konzentrationslager Auschwitz, Mittelbau-Dora, Bergen-Belsen und mehrere Todesmärsche.

Seine Familie wurde von den Nazis fast vollständig ermordet. Er selbst wanderte in die USA aus, kehrte jedoch 2012 zusammen mit seiner Schwester zurück in seine ostfriesische Heimat.

Seitdem berichtete er vor Schulklassen unermüdlich von den Schrecken des Nationalsozialismus. In seinem Geburtsort Rhauderfehn ist eine Schule nach ihm benannt. In Leer lebte Weinberg zuletzt in einer Art WG mit seiner früheren Pflegerin Gerda Dänekas, die seinen Einsatz unterstützte. 

Das Internationale Auschwitz Komitee hat nach dessen Tod die Verdienste von Weinberg gewürdigt. „Wir danken Albrecht Weinberg für die Klarheit seines Blicks, seinen Mut, seine Menschenliebe und seinen Humor“, sagte Vizepräsident Christoph Heubner am Dienstagabend in Berlin. 

„Voller Dankbarkeit, Hochachtung und Wehmut verabschieden sich Auschwitz-Überlebende in aller Welt von ihrem Freund, Weggefährten und Leidensgenossen“, hob Heubner hervor. Der Schmerz angesichts seiner ermordeten Eltern und vieler anderer jüdischer Menschen, die von den Nazis verfolgt und ermordet wurden, habe Weinbergs Leben bestimmt. „Dennoch trat er all den vielen jungen Menschen in Deutschland, mit denen er in den letzten Jahren als Zeitzeuge gesprochen hatte, voller Zartheit und Offenheit entgegen.“ Das Wiedererstarken des Rechtsextremismus in Deutschland jedoch habe ihn mit Wut erfüllt. (epd)