Musik zwischen Gräbern in Wellingholzhausen

Konzerte auf dem Friedhof

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Konzert Friedhof
Nachweis

Foto: privat

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Der Friedhof soll auch ein Ort des Lebens und der Begegnung sein.

Seit fünf Jahren gibt es im Sommer in Melle-Wellingholzhausen kleine musikalische Darbietungen auf dem Friedhof. Organisatoren und Gäste sind begeistert von der ganz eigenen Atmosphäre dieser ungewöhnlichen Location, erklärt Initiator Michael Göcking im Interview.

Konzerte auf einem Friedhof – darf man das? 

Die Antwort ist eindeutig: ja! Es darf nicht ausufern, der Friedhof darf keine Partymeile werden. Aber ein Bier, ein Sekt, ein Wein oder zwei sind gut möglich. In den ersten Jahren habe ich einige ältere Menschen, über 80, einmal gefragt, ob sie das stört. Sie haben gesagt: „Wunderbar, weitermachen, auch wenn wir hier schon begraben sind!“ 

Wie ist die Idee entstanden? 

Göcking
Initiator Michael Göcking

Als ich Pfarrbeauftragter mit Zuständigkeit für zwei kirchliche Friedhöfe war, kamen immer wieder die Fragen auf: Warum machen wir das (noch)? Wie können wir den Friedhof aufwerten, andere Veranstaltungen anbieten und den Friedhof damit zu einem Raum der Begegnung und der Kommunikation machen? Es gibt auch Friedhofsgespräche und eine Männergruppe, die sich 14tägig trifft, um für zwei bis drei Stunden ehrenamtlich auf dem Friedhof zu arbeiten. Und eigentlich müsste es auch noch mehr geben ….Wie werden die Konzerte angenommen? Wir sind jetzt im fünften Jahr und es kommen zwischen 50 und 100 Zuhörer. Es gibt vier einstündige musikalische Darbietungen mit Liedern, die zum Verweilen, Mitsummen und Mitsingen einladen.

Welche Erfahrungen machen Sie selbst und die Zuschauer? 

Es ist jedes Mal eine schöne Atmosphäre. Die Leute bringen ihre Sitzgelegenheiten mit und machen es sich auf Rasen bequem. Manchen sitzen auf einer Decke, manche haben etwas zu trinken mit. Einmal ist eine Gruppe sogar bis in die Dunkelheit geblieben und hat friedlich weitergefeiert. Das war sehr beeindruckend. So ein Konzert auf dem Friedhof hat eine ganz eigene Atmosphäre, das bekommen wir auch zurückgemeldet.

Hat sich der Umgang mit Trauer und Friedhöfen verändert?

Wir erleben auf allen Friedhöfen große Veränderungen: eine hohe Zahl an Feuerbestattungen, sehr viele Grabstätten, die liegengeblieben sind, die aber weiter gepflegt werden müssen – mehr als 100 allein auf dem Wellinger Friedhof. Der Wunsch nach individuellen Bestattungsformen wächst. Wir müssen auf dem Markt der Anbieter eigene Akzente und neue Möglichkeiten bieten. Friedhöfe hätten zum Beispiel noch viel mehr Potentiale im Bereich Kunst und Kultur. Da stehen wir noch ganz am Anfang.

Astrid Fleute

Veranstalter ist die Pfarreiengemeinschaft Wellingholzhausen und Gesmold. Folgende Konzerte finden im Juli 2026 auf dem Friedhof Wellingholzhausen jeweils um 20 Uhr statt: 

Dienstag, 7. Juli: Folkband An Rinn, 

Donnerstag, 16. Juli: Michael Schönhoff, Alfons Sieckmann, 

Donnerstag, 23.Juli: Die Friedhofsband,

Mittwoch, 29. Juli: Johanna Vogelpohl.

Weitere Informationen finden Sie hier.