Zusammenarbeit von SkF und Landkreis Emsland
Neues Frauenschutzhaus in Meppen
Foto: IMAGO / Bihlmayerfotografie
Häusliche Gewalt kommt viel häufiger vor, als viele Menschen denken. Die Polizei verzeichnet in vielen Regionen steigende Zahlen.
Das frühere Frauenschutzhaus in Meppen hatte im Mai für einige Wochen schließen müssen, weil der damalige Träger, der Sozialdienst katholischer Frauen in Meppen, Insolvenz angemeldet hatte. Der SkF Ems-Vechte hatte vorübergehend in Not geratene Frauen in seinen Einrichtungen in Lingen und Nordhorn aufgenommen. Mit der neuen Einrichtung stehen nun wieder Schutz- und Unterstützungsangebote vor Ort zur Verfügung. „Wir freuen uns über das Vertrauen des Landes Niedersachsen und die enge Zusammenarbeit mit dem Landkreis Emsland. Die Neugründung des Frauenhauses ist ein wichtiger Schritt, um Frauen und Kindern in akuten Krisensituationen Schutz, Sicherheit und neue Perspektiven zu bieten“, erklärt Bianca Farwick, Geschäftsführerin des SkF Ems-Vechte.
Der SkF Ems-Vechte übernimmt die Trägerschaft des Frauenhauses. Als anerkannter Wohlfahrtsverband verfügt der Verein über Erfahrung in der Beratung und Unterstützung von Frauen, Kindern und Familien. Mit seinen vielfältigen sozialen Angeboten ist der Verband in der Region fest verankert und bringt umfassende Expertise im Bereich des Gewaltschutzes mit. „Jede Frau und jedes Kind, die vor Gewalt fliehen müssen, brauchen einen sicheren Ort. Mit dem neuen Frauenhaus schaffen wir zusätzliche Schutzmöglichkeiten im Emsland und stärken die bestehenden Hilfsangebote nachhaltig. Wir freuen uns, dies gemeinsam mit dem SkF Ems-Vechte umsetzen zu können“, sagt Sozialdezernentin Sigrid Kraujuttis (Landkreis Emsland).
Acht Plätze für Frauen in Not
Das neue Frauenhaus bietet acht Schutzplätze sowie eine umfassende sozialpädagogische Begleitung. Neben der sicheren Unterbringung erhalten die Bewohnerinnen Unterstützung bei rechtlichen, finanziellen und persönlichen Fragestellungen sowie bei der Entwicklung neuer Lebensperspektiven. Die Neugründung erfolgt vor dem Hintergrund eines weiterhin hohen Bedarfs an Schutz- und Unterstützungsangeboten für von Gewalt betroffene Frauen. Häusliche Gewalt zählt nach wie vor zu den größten sozialen Herausforderungen in Deutschland. Auch die Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim verzeichnet steigende Fallzahlen in der Region. Laut Kriminalstatistik stieg die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr um 10,9 Prozent.
Fachverbände, Frauenhäuser und Beratungsstellen weisen seit Jahren auf den Mangel an Schutzplätzen hin. Das Land Niedersachsen fördert derzeit 46 Frauenhäuser und verfolgt das Ziel, die Hilfestrukturen für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder weiter auszubauen. Mit dem neuen Frauenhaus in Meppen wird das Hilfesystem im Emsland um ein wichtiges Angebot ergänzt.