Auf ein Wort

Meine andere Schwester

Marta und Maria - zwei biblische Schwestern, die auch heute noch zum Nachdenken anregen. Gedanken von unserer Autorin Andrea Schwarz.

Marta und Maria – irgendwie kann ich beide gut verstehen. Da ist Marta, die gerne alles richtig und perfekt machen will. Und um allen Erwartungen gerecht zu werden, vergisst sie manchmal sogar sich selbst und das, was ihr guttun würde. Dann bestimmen die To-do-Listen den Alltag, sie ist dauernd am Rennen und Machen und Tun. Und abends, wenn der größte Trubel rum ist, dann träumt sie manchmal davon, so wie Maria zu sein.

Maria – die kann alles um sich herum vergessen. Sie ist dann ganz bei sich und dem, was sie gerade fühlt und spürt, so als ob sie in einer eigenen, kleinen Welt lebt. Sie wird ganz still, aber ihre Augen leuchten unbeschreiblich schön! Und wenn Marta in solch einem Moment Maria so sieht, wird sie ein klein bisschen neidisch und eifersüchtig.

Aber was Marta nicht ahnt: Manchmal wird sie von ihrer Schwester bewundert – wenn es darum geht, zuzupacken, Entscheidungen zu treffen. Dann wünscht sich Maria, ein wenig wie ihre Schwester zu sein.

Marta und Maria brauchen einander. Die eine kann das, wovon die andere manchmal träumt – und umgekehrt. Wenn sie ihre Unterschiedlichkeit als Bereicherung erleben und voneinander lernen würden, dann könnten sie sich wunderbar ergänzen.

Maria und Marta dürfen sein. Auch in mir! Beide Seiten dürfen in mir leben und jeweils ihre Zeit haben. Und wenn Gott mir dann noch die Weisheit schenkt, zu erkennen, wann Marta- und wann Maria-Zeit angesagt ist, kann das Leben kommen: Das Rechte tun zur rechten Zeit.

Andrea Schwarz