Auf ein Wort

Vorräte, die ich sammle

Welche Vorräte brauche ich für mein Leben? Gefüllte Speicher und Bankkonten? Unsere Autorin ahnt: Das allein reicht nicht.

Welche Vorräte lege ich an, im Laufe meines Lebens? Natürlich sind es auch solche, wie sie der Mann aus dem Gleichnis Jesu anhäuft: Getreide, Besitz, Geld. Dinge, die geeignet sind, meiner Seele Entspannung zu verschaffen mit Blick auf Zukunft und Alter. Aber reicht das? „Du Narr!“, sagt Jesus zu dem Mann im Gleichnis, der seinen Besitz und seine Scheunen vergrößern will. Und ich ahne: Gefüllte Scheunen oder Bankkonten allein reichen nicht.

Es kommt auch auf andere Vorräte an. Auf Beziehungen zum Beispiel. Auch in die will ich investieren, will Freundschaften und Familienbande pflegen. Mir Zeit nehmen für ein Telefonat mit dem Studienkollegen aus alten Zeiten, das Feierabendtreffen mit Freunden, den Ferientag mit der Nichte. Und wie gut tut es dann zu spüren: Da wächst über Jahre und Jahrzehnte ein Vorrat an Vertrauen und Verbindung. Da sind Menschen, mit denen ich Glück und Trauer teile und die mich stärken, heute und morgen und womöglich bis ins hohe Alter.

Zu den Vorräten, die ich sammle, gehört aber auch das, was ich weggebe. Reichtum bei Gott: Den schaffe ich dadurch, dass ich versuche, gerecht zu leben. Mit Blick auf die Menschen etwa, die weit entfernt leben oder die nach mir kommen werden. Wenn ich mich engagiere für den Klimaschutz, mit dem Zug in den Urlaub fahre, weniger konsumiere, den Balkon vielfältig bepflanze oder für Klimaprojekte in Kenia oder auf den Philippinen spende: Dann sammle ich Schätze – für mein Gewissen und für den Himmel.

Beate Hirt