Das Neue Testament als jüdische Schrift gelesen

Vortrag in Osnabrück

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Jesuitenpater Christian Rutishauser

Ein Vortrag von Jesuitenpater Christian Rutishauser dreht sich um ein Thema, das gerade Aktualität erhalten hat. Am 8. Juni geht es um den jüdischen Blick auf das Neue Testament.

Jesuitenpater Christian Rutishauser ist Professor für Judaistik und Theologie und Leiter des Instituts für Jüdisch-Christliche Forschung an der Universität Luzern. Für sein wissenschaftliches Werk und seine führende Rolle im christlich-jüdischen Dialog in verschiedenen Ländern Europas und für die Weltkirche wurde er im März vom Deutschen Koordinierungsrat mit der Buber-Rosenzweig-Medaille geehrt. Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) Osnabrück hat ihn eingeladen und kooperiert dabei mit der Uni. Am Montag, 8. Juni, ist er um 18 Uhr in der Osnabrücker Schlossaula zu Gast (Neuer Graben 29). Der Eintritt ist frei, der Zugang barrierefrei.

Das Thema seines Vortrages ist von hoher Bedeutung für den christlich-jüdischen Dialog und die Prävention vor religiös begründetem Antisemitismus, der auch über 60 Jahre nach der Konzilserklärung Nostra aetate nicht beseitigt ist, wie der Protest in der polnischen Kirche aktuell zeigt.

Für einen gelingenden Dialog ist die Bereitschaft und Fähigkeit, Perspektiven der Dialogpartner wahrzunehmen und zumindest probeweise zu übernehmen, eine notwendige Voraussetzung, heißt es in einer Mitteilung der GCJZ. Zum jüdisch-christlichen Dialog gehöre es daher, nicht nur das Alte Testament im Dialog mit Jüdinnen und Juden zu lesen. Es gelte auch zu begreifen, dass die einzelnen Schriften im Neuen Testament jüdisch-messianische Schriften ihrer Zeit sind, die erst durch die Kanonisierung zu einem christlichen Text wurden. Sie sind Literatur mit der Intention, jüdische wie nicht-jüdische Menschen davon zu überzeugen, dass Jesus von Nazaret der erhoffte Messias ist und zeugen somit von unterschiedlichen, innerjüdischen Auseinandersetzungen.