„Praktikum im Norden“
Zwei junge Frauen aus dem Bistum reisen nach Schweden
Foto: Hartmut Salzmann/Bonifatiuswerk
Eva Maria Rudys (3.v.l.) und Charlotte Billenkamp (2.v.r.) freuen sich auf ihre Zeit im Ausland. Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen (r.) sowie Projektkoordinatorin Lidia Fioravanti (l.) und Projektreferentin Eva Berlage (2.v.l.) wünschen ihnen alles Gute.
Am Newman-Institut im schwedischen Uppsala, der einzigen katholischen Hochschule Skandinaviens, erwarten Eva Maria Rudys unterschiedliche praktische und administrative Aufgaben wie Klausuraufsichten oder auch die Mitarbeit in Waldstücken der Hochschule. Ihr Einsatz ist auch an der St.-Eriks-Schule und dem dort angegliederten Kindergarten gefragt. Weitere Einsatzstellen in Stockholm wie der „Caritas-Mötesplats“, ein Treffpunkt für Menschen, die neu in Schweden sind, können die Arbeit vor Ort ergänzen.
Die Abiturientin freut sich sehr auf ihre Zeit im Ausland: „Gerne möchte ich dazu beitragen, den Alltag in einer Einrichtung aktiv mitzugestalten und gleichzeitig meine eigenen Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Das ‚Praktikum im Norden‘ sehe ich als eine wertvolle Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, neue Erfahrungen zu sammeln und mich sozial zu engagieren. Zugleich erhoffe ich mir daraus wichtige Impulse für meine persönliche und berufliche Orientierung“, sagt die 19-Jährige aus Osnabrück.
In Schweden startet Charlotte Billenkamp im „Stiftsgården Marielund“, der rund 30 Kilometer westlich von Stockholm liegt, ihren Freiwilligendienst. Dort wird sie die Gäste betreuen, Schlafzimmer und Mahlzeiten vorbereiten oder aber auch bei Besuchen von Erstkommunion- und Firmgruppen aus dem Bistum Stockholm mitwirken. „Geprägt durch die Geschichten von Astrid Lindgren, entwickelte ich früh eine Begeisterung für das skandinavische Leben, auch wenn mir bewusst ist, dass diese Erzählungen ein romantisiertes Bild vermitteln. Durch das ‚Praktikum im Norden‘ erhoffe ich mir nun, einen realistischen Einblick in die Kultur und Lebensweise der nordeuropäischen Länder zu gewinnen und aktiv daran teilzunehmen. Ich freue mich darauf, kreative Ansätze kennenzulernen, wie Glaube vor Ort gelebt wird“, sagt die 19-jährige Abiturientin.
Das „Praktikum im Norden“ zeigt, wie viel Menschen voneinander lernen können.
Das „Praktikum im Norden“ des Bonifatiuswerkes ist weit mehr ist als ein Auslandsaufenthalt. In Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, Island sowie Lettland und Estland arbeiten die jungen Menschen in Kirchengemeinden, sozialen Einrichtungen, Schulen und Bildungszentren mit, übernehmen Verantwortung und begegnen Menschen, die ihren weiteren Lebensweg prägen werden. Dabei lernen sie nicht nur neue Länder mit ihren jeweiligen Kulturen kennen, sondern auch eine Kirche, deren Mitglieder ihren Glauben in einer kleinen Minderheit lebt.
Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen macht deutlich, dass die Freiwilligen zugleich Brücken zwischen Menschen und Kulturen bauen: „Wer sich auf den Weg macht, verändert nicht nur seinen Standort, sondern oft auch seine Haltung. Das ,Praktikum im Norden' schafft Begegnungen über Länder- und Kulturgrenzen hinweg und zeigt, wie viel Menschen voneinander lernen können. Unser Freiwilligendienst ist eine Einladung, den eigenen Horizont zu weiten und Kirche als weltweite Gemeinschaft in ihrer Vielfältigkeit zu erleben. Gerade in einer Zeit gesellschaftlicher Spannungen sind solche Erfahrungen von unschätzbarem Wert.“ (kb)
Zur Sache
Während ihres Freiwilligendienstes werden die jungen Erwachsenen von Mentorinnen und Mentoren vor Ort begleitet und bleiben zugleich mit dem Bonifatiuswerk im Austausch. Das Programm wurde 2011 gestartet und ermöglicht jährlich mehr als 20 jungen Menschen zwischen 18 und 27 Jahren Auslandserfahrungen in Nordeuropa und dem Baltikum. Das „Praktikum im Norden“ ist ein Kooperationsprogramm zwischen dem Bonifatiuswerk und dem Newman-Institut im schwedischen Uppsala. Es kann als „Internationaler Jugendfreiwilligendienst“ (IJFD) anerkannt werden.