"Kirche am Weg" gibt es jetzt auch auf Komoot
22 Touren mit Gott im Rucksack
Foto: Andreas Eiynck
Unterwegs zu sein, zu Fuß oder mit dem Rad, tut einfach gut. Unser Foto zeigt in Wietmarschen einen Pfad zur Josefskapelle.
Wasser – Feuer – Luft – Erde: Nach den vier Elementen ist ein 40 Kilometer langer Pilgerweg am Teutoburger Wald benannt. Von Bad Rothenfelde über Hilter bis nach Dissen führt die Route, die die Pfarreiengemeinschaft mit dem Heimatverein entwickelt hat. Sie führt vorbei an historischen Stätten und idyllischen Dörfern, macht Halt an Kraftorten in der Natur oder lädt zu einem Gebet in Kapellen am Weg ein. Und damit passt die „Vier-Elemente-Tour“ südlich von Osnabrück genau in die Idee von „Kirche am Weg“, wie Eva Gutschner findet: Glaube anders zu erleben, in Bewegung, mit Geschichte und Spiritualität.
"Das zieht die Leute an"
Gutschner arbeitet beim Bistum Osnabrück für die digitale Glaubenskommunikation. Mit ihrer Kollegin Julia Kühling baut sie das Projekt „Kirche am Weg“ in diesen Wochen neu auf. „Kapellen, Wegekreuze, Kirchen, Glaubensorte – das zieht die Leute an“, sagt die Pastoralreferentin. Vielleicht, weil sie die Historie oder die Bauform interessiert. Vielleicht, weil sie einfach eine gute Pause machen und dabei eine Kerze entzünden wollen. Schon bisher konnten Wanderer und Radpilger etwa 60 Kirchorte auf ihren Routen digital erkunden – durch Hinweisschilder am Eingang mit QR-Codes, die meist auf die Internetseiten der Gemeinden führten.
Nun möchte das Bistum dieses Projekt ausbauen und für weitere Zielgruppen attraktiver machen. Zum einen geschieht das durch neue Plexiglastafeln mit entsprechenden QR-Codes, mit denen in den vergangenen Wochen viele Gemeinden und Bildungshäuser ihre Kirchen und Kapellen bereits ausgestattet haben. „Im Herbst wollen wir aber noch mal weitere Schilder herumschicken“, sagt Gutschner und lädt Pfarreien ein, sich bei Interesse auch gern selbst zu melden. Wer Hilfe braucht, um den hinterlegten QR-Code mit entsprechenden Informationen zu füllen, kann sich ebenfalls an das Team wenden. „Wir können dazu Bausteine anbieten.“
"Kirche am Weg soll wachsen"
Zusätzlich wollen Gutschner und Kühling aber den Fokus des Projekts noch etwas verändern. „Vielen Leuten geht es um das ‚Unterwegs-Sein‘ in der Natur – und wir haben gute Radstrecken und Wanderwege, an denen Kirchorte liegen.“ Beides möchten sie verbinden und haben daher bei der digitalen Outdoor- und Navigationsplattform Komoot ein eigenes Profil für das Bistum Osnabrück angelegt. Dort sammeln sie jetzt Touren von Ostfriesland bis in den Südkreis Osnabrücks, von Bremen bis in die Grafschaft Bentheim. 22 Strecken sind bereits mit Tipps zu Start- und Zielpunkten, zu Länge und Anspruch hinterlegt. Wie bei Komoot möglich, können Nutzer Kommentare und Fotos dazu hinterlassen. Gutschner hofft zudem auf Hinweise zu weiteren Routen. „Kirche am Weg soll wachsen.“
Neben der Vier-Elemente-Tour gibt es Informationen zum Beispiel über den „GlaubenEmsweg“ im südlichen Emsland, den Pilgerweg Schola Dei ab der Klosterstätte Ihlow oder den Vechte-Pilgerweg in Nordhorn. Manche Touren brauchen mehrere Tage, will man sie komplett schaffen – wie der Hümmlinger Pilgerweg. Andere eignen sich für einen Sonntagnachmittag, wie die Runde vom Stift Wietmarschen aus. Oder wie wäre es mit einer Radtour rund um die Stätte der Varusschlacht?
Wer eine Kirche, Kapelle oder ein Wegekreuz für das Projekt „Kirche am Weg“ mit einem neuen Schild ausstatten möchte, kann sich per E-Mail bei Ev.Gutschner@bistum-os.de oder j.kuehling@bistum-os.de melden. Auf Komoot sollen weitere Routen aus dem Bistum Osnabrück eingestellt werden. Zu finden sind sie hier: https://www.komoot.com/de-de/user/bistumosnabrueck