Präsenzgottesdienste zu Ostern

Bremer Pfarrer entscheiden selbst

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Wegen des Appells, zu Ostern ausschließlich digitale Gottesdienste zu feiern, hat es eine Videokonferenz der katholischen Pfarrer und weiterer Seelsorgerinnen und Seelsorger im Land Bremen gegeben. Gespräche gab es auch mit der niedersächsischen Landesregierung. Bischof Bode plädiert für Präsenzgottesdienste.


Präsenzgottesdienste zu Ostern - ja oder nein? Darüber sollen die einzelnen Pfarrer nach Beratungen in den Gemeinden entscheiden. Foto: iStockphoto

Großes Verständnis wurde für die Bitte des Bremer Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) geäußert, die Zahl der Gottesdienste zu reduzieren und für maximale Hygienemaßnahmen zu sorgen.

Eine Mehrheit der Geistlichen spricht sich dafür aus, trotz mancher Bedenken an Ostern Gottesdienste in Präsenz zu feiern, allerdings unter noch strengerer Einhaltung der Hygieneregeln. Diese bestehen bereits seit Monaten in einer beschränkten Teilnehmerzahl, der Pflicht zur Anmeldung und dem Feiern der Gottesdienste ohne Gemeindegesang. Hinzu könnten nun Schnelltests vor dem Betreten der Kirche kommen.

Für Präsenzgottesdienste spricht nach Ansicht der Befürworter, dass die Osterbotschaft von der Auferstehung gerade in einer schwierigen Zeit viele Menschen innerlich stärkt. Ostern ist nicht allein das höchste christliche Fest, sondern bildet auch den Kern des Glaubens. Darauf zu verzichten wäre wie ein Fußballspiel, bei dem die Tore abgebaut würden. Gleichzeitig können die Pfarrer die Bedenken aufgrund einer hohen Ansteckungsgefahr nachvollziehen.

Die Entscheidung, ob es in den Kirchengemeinden an Ostern Präsenzgottesdienste geben wird, trifft jeder Pfarrer nach Beratung mit dem Kirchenvorstand und dem Pfarrgemeinderat. Aktuelle Informationen darüber finden Interessierte auf den Homepages der Pfarreien St. Johann, St. Franziskus, St. Marien, St. Katharina von Siena, St. Raphael und für den Katholischen Gemeindeverband in Bremen.

Aufgrund der unklaren aktuellen Situation mit Blick auf das Infektionsgeschehen ist für den kommenden Dienstag, 30. März, eine erneute Videokonferenz der katholischen Pfarrer angesetzt. 

Der Bischof wünscht sich Präsenzgottesdienste

Nach Gesprächen der Kirchen mit der niedersächsischen Landesregierung spricht sich Bischof Franz-Josef Bode in einem Schreiben an die Kirchengemeinden im Bistum Osnabrück für Präsenzgottesdienste zu Ostern aus. Allerdings seien wegen der zum Teil hohen Inzidenzzahlen in den Regionen auch digitale Lösungen möglich.

Angesichts der ausgereiften und bewährten Hygienekonzepte in den Kirchen lasse das Land an den Feiertagen Präsenzgottesdienste zu. „Ich persönlich wünsche mir diese Präsenzgottesdienste“, so der Bischof. „Es kann aber vor Ort aus schwerwiegenden Gründen auch entschieden werden, dass keine öffentlichen Präsenzgottesdienste gefeiert werden. Solche gut abgewogenen Entscheidungen werde ich nicht anfragen, sondern solidarisch mittragen.“ Ausdrücklich dankt der Bischof allen, die mit einem hohen Engagement die Gottesdienste der Karwoche und der Ostertage in den Kirchengemeinden vorbereiteten.

Bischof Franz-Josef Bode selbst feiert an den Kar- und Ostertagen im Osnabrücker Dom St. Petrus folgende Gottesdienste: Montag, 29. März, 15 Uhr (Chrisammesse), Gründonnerstag, 1. April, um 20 Uhr und in der Osternacht, Samstag, 3. April, um 21.30 Uhr. Der Karfreitagsgottesdienst ist am 2. April, um 15 Uhr. Alle Gottesdienste werden live übertragen.