Rentner aus Schapen kümmern sich um Park am Seniorenzentrum
Frohes Schaffen bei den "Beetbrüdern"
Foto: Sebastian Hamel
Dank der "Beetbrüder" aus Schapen sieht der Elisapark sehr gepflegt aus. Das finden auch Heimleiterin Elsbeth Dagge (l.) und Pflegedienstleiter Michael Düsung (r.).
Der Elisapark in Schapen ist eine kleine Oase. Mit seiner vielseitigen Pflanzenwelt, einem Kreuzweg, Bänken und Brunnen lädt er nicht nur die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Gäste des benachbarten Seniorenzentrums St. Elisabeth zum Spazieren und Verweilen ein, sondern steht für jedermann und -frau offen. Damit es in der vor zehn Jahren eröffneten Grünanlage stets ordentlich aussieht, hat sich ein Team aus ehrenamtlichen Rentnern gebildet, die für die Pflege sorgen: Jeden Dienstagvormittag treffen sich die „Beetbrüder“ zum Einsatz.
Sieben Männer im Einsatz
Johannes Düsing, Bernd Eilermann, Hermann Vismann, Reinhard Siering, Otto Wallmeyer, Linus Brüggemann und Gerd Heeke: So lauten die Namen der „Jungrentner“, die regelmäßig ihre Zeit und Arbeitskraft in die Instandhaltung der Elisaparks stecken. Der Einsatz beginnt in aller Regel dienstags um 9 Uhr mit einem kurzen Rundgang durch die Anlage, um zu entscheiden, welche Arbeiten es zu erledigen gibt. Anschließend werden die Aufgaben verteilt.
Schon vor der Coronazeit hatte sich eine Gruppe von Senioren um den Park gekümmert, ehe die Tätigkeiten im Zuge der Pandemie praktisch zum Erliegen kamen. Vor rund drei Jahren formierte sich das Ensemble neu – und ist seither mit großem Eifer bei der Sache. „Wir sind eine richtig tolle Gemeinschaft geworden, und alle machen gerne mit“, freut sich Johannes Düsing. Sein Mitstreiter Hermann Vismann ergänzt: „Mit unserer Arbeit möchten wir der Allgemeinheit etwas zurückzugeben.“ Und das Engagement blieb nicht unbemerkt: Im vergangenen Jahr wurden die Schapener „Beetbrüder“ mit dem Ehrenamtspreis der Samtgemeinde Spelle ausgezeichnet, verliehen durch die Bernard-Krone-Stiftung.
Entstanden war der Elisapark im Jahr 2015 auf Initiative von Pfarrer i.R. Joachim Kern, in enger Zusammenarbeit mit dem in Schapen ansässigen Architekten Georg Kimmer. „Zuvor war das Gelände ein Sumpfloch, der Dorfgraben führte hindurch“, erinnert sich Pfarrer Kern, der im Jahr 2020 zum ersten Ehrenbürger der Gemeinde Schapen ernannt wurde. Mit viel Arbeit und dank großzügiger Spenden sei der Park nach und nach zu dem geworden, was er heute ist. Den Geistlichen freut es sehr, dass die Anlage aufgrund der motivierten Helfer in solch gutem Zustand bleibt.
Der Park sieht top-gepflegt aus
Großen Dank sprechen auch die Verantwortlichen des Seniorenzentrums aus, namentlich Heimleiterin Elsbeth Dagge und Pflegedienstleiter Michael Düsing. „Wir werden immer wieder darauf angesprochen, wie schön der Park ist und wie top-gepflegt er aussieht“, berichtet Elsbeth Dagge. Neben den täglichen Spaziergängen werde die Anlage auch immer wieder für Veranstaltungen verschiedenster Art genutzt – von der Maiandacht bis zum Ricky-Rickermann-Konzert.
Der Heimleitung und insbesondere auch den „Beetbrüdern“ betonen dabei, dass viele Ehrenamtliche den Betrieb des Seniorenzentrums bereichern. Die Liste ist lang und reicht von den Wortgottesdienstleiterinnen und -leitern zu den Rosenkranzbetern, den Mitwirkenden der offenen Altenarbeit, dem Besuchsdienst („Kartenspieler“) und der "Knopfgruppe“ (übernimmt verschiedene Näharbeiten) bis zur Hospizgruppe, der Betreuungsgruppe, dem ehrenamtlichen Heimbeirat, dem Aufsichtsrat, der Tagespflege-Fürsprecherin Petra Kleinbuntemeyer, dem Förderverein unter Vorsitz von Harry ter Heide, den Essen-auf-Rädern-Fahrern, dem Aufbau-Team der großen Weihnachtskrippe sowie der Heimzeitung.
Das Anwesen, auf welchem das Seniorenzentrum St. Elisabeth steht, ist bereits seit vielen Jahrzehnten ein Ort der Fürsorge. Einst befand sich dort ein Krankenhaus, ehe dieses in das heute bestehende Heim umgewandelt wurde. Gestiftet wurde das Krankenhaus von Julia Cromme (1831 – 1890), deren Grabstein auch im Elisapark zu finden ist. Zu den weiteren erwähnenswerten Elementen des Parks zählt die bereits 1997 eingeweihte Lourdes-Grotte mit Wasserspiel.
Arbeit gibt es immer genug.
Den „Beetbrüdern“ ist es eine große Freude, an diesem besonderen Ort den freiwilligen Dienst zu versehen. „Und Arbeit gibt es immer genug“, sagt Johannes Düsing. Manchmal sind es auch spezielle Tätigkeiten: So wurde kürzlich ein Kunstwerk von Rainer Fietzek, das zuvor lange Zeit in der Schapener Friedhofskapelle stand, in den Park versetzt. Und ebenso ist die Rentner-Gruppe jüngst bei der sogenannten „Baumpflanz-Challenge“ nominiert worden – und tat selbstverständlich ihre Pflicht und setzte ein junges Gewächs ein. Angesichts dieses Engagements wünschen viele Schapener ihnen weiter ein frohes Schaffen.