Was uns diese Woche bewegt
Ganz in Windthorsts Sinn
In dieser Woche war ich als Moderator im Einsatz. In Meppen hatten der Heimatverein, die Ludwig-Windthorst-Stiftung und das Ludwig-Windthorst-Gymnasium zum jährlichen Windthorst-Abend geladen. Es ging um die USA ein Jahr nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten.
Trump sorgt ja bekanntlich für viel Unruhe und Unsicherheit. Er trifft überraschende Entscheidungen, inszeniert sich, sorgt für Schlagzeilen. Die Lage ist unübersichtlich. Das beunruhigt viele Menschen. Bis in unsere norddeutsche Provinz hinein. Gut 400 Menschen kamen deshalb zu der Veranstaltung, die deshalb sogar vom Gymnasium ins benachbarte Theater verlegt werden musste. Gast des Abends: die US-Amerikanerin und Journalistin Jiffer Bourguignon. Zusammen mit ihrem Ehemann Ingo Zamperoni, dem Moderator der ARD-Tagesthemen, produziert sie seit fünf Jahren den Podcast „Amerika, wir müssen reden“, um deutschen Ohren die Ereignisse in den USA zu erklären.
Das Gespräch mit ihr zu führen, war leicht. Denn es sprudelte nur so aus Jiffer Bourguignon heraus. Sie sorgt sich um ihre Heimat und beschrieb eindrucksvoll, wie dort eine Atmosphäre der Angst eingezogen ist, wie Trump das Land beherrscht und umbaut, so dass es in eine Autokratie oder einen christlich-fundamentalistischen Gottesstaat verwandelt werden könnte. Aber sie sieht auch Hoffnungszeichen: etwa die Wahlsiege der Demokraten bei Gouverneurswahlen in Virginia und New Jersey und bei der Bürgermeisterwahl in New York, die No-King-Proteste vor wenigen Wochen.
Es war ein Abend mit spannenden und manchmal besorgniserregenden Einblicken. Und er wäre bestimmt im Sinne Ludwig Windthorsts: Der glühende Parlamentarier würde sich sicher heute genauso um die Demokratie sorgen, wie es die gut 400 Zuhörerinnen und Zuhörer taten.