Umweltgruppe Bad Laer trifft sich im Gemeindehaus

Gemeinsam nachhaltig handeln

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Sechs Erwachsene stehen um einen Obstbaum herum. Vor dem Obstbaum steht eine Leiter
Nachweis

Foto: Umweltgruppe

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Lernen in der Natur: Mitglieder der Umweltgruppe Bad Laer lernen den Obstbaumschnitt.

Obstbaumschnittkurse, Fahrradtouren von Bauernhof zu Bauernhof, Gelbe Bänder in Obstbäumen – die Umweltgruppe in Bad Laer setzt sich auf vielfältige Weise für mehr Nachhaltigkeit ein. Stets nach dem Prinzip: Was ich allein nicht schaffe, machen wir zusammen.

Frischer Wind weht und das nasse Laub raschelt, während die Gruppe dem Apfelbauer zum ersten Obstbaum folgt. Es ist Spätherbst und der Hobby-Apfelbauer aus der Umweltgruppe Bad Laer hat zum Obstbaumschnittlehrgang eingeladen. Auf der Obstbaumwiese sind Leitern und Schubkarren verteilt. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen versammeln sich um den ersten Baum und schauen zu, während der Experte ihnen erklärt, wie man den Baum zurückschneidet. Anschließend geht es in Kleingruppen an verschiedenen Bäumen weiter und jeder, der möchte, kann sich ausprobieren. Der Hobby-Apfelbauer gibt seine Kenntnisse gerne weiter. Bevor es den Lehrgang gab, fragten ihn oft Bekannte, ob er deren Baum zurückschneiden könne. Dadurch sei er auf die Idee gekommen, einen Obstbaumschnittlehrgang anzubieten. Gemeinsam mit der Umweltgruppe Bad Laer konnte er die Idee in die Tat umsetzen und Erfolg verzeichnen: Beide bisherigen Termine waren ausgebucht. 

Die Umweltgruppe trifft sich an jedem ersten Mittwoch eines Quartals in der Pfarrgemeinde Mariae Geburt und plant Aktionen, die für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisieren und Anregungen geben, wie man den eigenen Alltag umweltfreundlicher gestalten kann. Sie richtet sich nicht nur an Gemeindemitglieder, sondern ist offen für jeden, der mitmachen möchte. Bei den Treffen werden Ideen vorgestellt, diskutiert und Helfer für die Umsetzung gesucht. Neben den Obstbaumschnittkursen plant die Gruppe jedes Jahr zwei bis drei Fahrradtouren zu Bauernhöfen. Die Interessierten treffen sich und fahren drei Bauernhöfe in der Umgebung an. Dort angekommen, nehmen die Landwirte sie in Empfang und zeigen den Hof. Dabei darf ein Foto mit den Tieren nicht fehlen. Die Bauern erklären, wie und was sie produzieren, wodurch die Teilnehmer viele Möglichkeiten für regionalen Einkauf kennenlernen. 

Der Oktober soll plastikfrei sein

Marietris Menke hat sich zum Ziel gesetzt, jeden Oktober nicht nur regional, sondern auch plastikfrei einzukaufen. Sie engagiert sich in der Umweltgruppe und stellt sich seit zehn Jahren der Herausforderung „plastikfreier Oktober“. Sie sagt: „Durch den Verzicht auf Einwegplastik kaufe ich automatisch regional, saisonal und damit nachhaltig ein“. Inzwischen habe sie viele plastikfreie Produkte in ihren Alltag integrieren können, da sie jeden Oktober etwas Neues kennenlerne. Zum Beispiel nutze sie anstelle der herkömmlichen Papiertücher nachhaltigere Bambustücher. Außerdem könne man Waschmittel aus Wasser und Kastanien gut selbst herstellen, sagt Menke. Seit sie den „plastikfreien Oktober“ in ihrer Gemeinde vorgestellt hat, erhalte sie immer mehr Anfragen von anderen Gemeinden und freut sich, dass sie ihre Ideen weitergeben kann. 

Doch das ist nicht der einzige Bereich, in dem Marietris Menke sich einsetzt: Geht man an ihrem Garten vorbei, sieht man dort gelbe Bänder in den Obstbäumen flattern. Daneben steht eine Leiter. Menke sagt: „Die gelben Bänder bedeuten, dass jeder hier ernten darf“ und bezieht sich damit auf die bundesweite Initiative „Gelbes Band“, die der Verschwendung von Lebensmitteln entgegenwirkt. Es sei schön, dass die Leute vorbeikämen und sich bedienten. „Manchmal steht nach ein paar Tagen ein Glas selbstgemachte Marmelade vor der Tür“, sagt sie. Um die Initiative bekannter zu machen, hat Menke mehrere Pfosten aus Dachlatten gebaut, an denen sie gelbe Bänder sowie Informationsschilder befestigt hat. Diese stellt sie während der Erntezeit an belebten Stellen im Ort auf, beispielsweise vor der Apotheke oder dem Bäcker. 

Auch wenn die Umweltgruppe bereits viele Aktionen ins Leben gerufen hat, fallen Menke noch mehr Ideen und Vorschläge ein, um nachhaltiger zu leben. Sei es die Nutzung von recyceltem Papier in den Gemeinden oder der Einkauf im Großmarkt, um zum Beispiel in Zeltlagern den Müll zu reduzieren. Die Gruppe trifft sich das nächste Mal am 1. Oktober um 18 Uhr in der Pfarrgemeinde St. Marien und freut sich über engagierte Menschen. Weitere Informationen und Termine werden im Pfarrbrief der Gemeinde veröffentlicht.