Weihnachtsserie Teil 7: Wie Musik zum Fest die Herzen berührt

„Gruß an Bord“: Mit Susanne Stichler kommen Weihnachtsgrüße auf hoher See an

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Susanne Stichler im Porträt, hinter ihr ist das blaue Logo der Tagesschau zu sehen.
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Foto: NDR/Hendrik Lüders

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Bekannt aus der Tagesschau und dem NDR: Susanne Stichler. An diesem Weihnachtsfest wird sie erstmals die Radiosendung Gruß an Bord moderieren.

Weihnachtslieder machen glücklich. Singen, spielen, hören – das berührt uns. Weil wir es seit unserer Kindheit mit schönen Gefühlen verbinden. Hier lesen Sie Geschichten von Menschen, für die Musik an Weihnachten besonders wichtig ist: im Pflegeheim oder in der Kirche, im Gefängnis, zu Hause oder auf See.

Für Susanne Stichler gibt es an diesem Weihnachtsfest eine Premiere: Erstmals wird sie die Radiosendung „Gruß an Bord“ des Norddeutschen Rundfunks moderieren. Für Stichler, die vor allem als Moderatorin von Nachrichtensendungen aus dem Fernsehen bekannt ist, wird das eine neue Erfahrung. „Ich freue mich sehr darauf, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, ihre Geschichten zu hören, die Grüße vorzutragen und in eine Welt einzutauchen, die ich selbst so gar nicht kenne“, sagt sie.

Die Sendung „Gruß an Bord“ gibt es seit mehr als 70 Jahren. An Weihnachten 1953 wurde sie erstmals gesendet – in einer Zeit, in der Kontakt zu den Liebsten weit draußen auf See unmöglich war. Noch heute ist die Radiosendung in vielen Seefahrerfamilien eine feste Weihnachtstradition. „Natürlich können die Familien per Handy und Internet leichter Kontakt halten als früher“, sagt Stichler. Aber noch immer gebe es Passagen auf den Ozeanen, in denen die Schiffsbesatzungen tagelang keinen Empfang hätten. Und gerade an Weihnachten schmerze es, wenn der Vater oder Sohn tausende Kilometer entfernt sei. 

„Gruß an Bord“ möchte helfen, diesen Schmerz zu lindern. Aufgezeichnet wird die Sendung immer im Advent in der Seemannsmission „Duckdalben“ in Hamburg. Bei Kaffee und Gebäck treffen sich Familien, Angehörige und Liebhaber der Seefahrerei. Sie tragen die Grüße vor. „Ich grüße meinen Sohn Henri, der auf dem Containerschiff Montevideo Express auf dem Weg nach Hongkong ist“, hieß es etwa im vergangenen Jahr. Oder: „Meine Grüße gehen an alle Seeleute, die an Weihnachten draußen sind und nicht bei ihrer Familie sein können.“ Oder: „Ich grüße alle Partnerinnen und Partner, die zu Hause sind und ihren Männern und Frauen auf See den nötigen Halt geben.“ Mütter, Väter, Eheleute, Kinder, ehemalige Kapitäne oder auch Kollegen senden dem NDR die Grüße.

Stichler möchte mit der Sendung ein wenig Weihnachtsatmosphäre auf die Kreuzfahrt-, Container- oder Forschungsschiffe bringen, zu den Kapitänen, Matrosen, Lotsen und Seenotrettern. Wichtig ist dafür auch die Musik. In diesem Jahr ist ein Akkordeonspieler im „Duckdalben“ zu Gast gewesen. „Die Musik hilft uns, einfach mal durchzuatmen, die Gedanken schweifen und das Gehörte sacken zu lassen“, sagt Stichler. „Sonst könnten wir in dem Tempo all die Geschichten gar nicht an uns herankommen lassen.“ Genau darum geht es ihr: dass die Sendung zu Weihnachten die Herzen der Zuhörer berührt – im Hamburger Hafen, in Deutschland und auf den Weltmeeren.

Kerstin Ostendorf