Woche zur katholischen Flüchtlingshilfe
Nehmt die Menschen auf
Foto: Bistum Osnabrück/Thomas Arzner
Der Osnabrücker Bischof Dominicus Meier mit Caritasmitarbeitern hinter einem der Fahrräder, die zur Aktionswoche der Migrationsberatung in Osnabrück aufgestellt wurden (von links): Melanie Kröger (Flüchtlingssozialarbeiterin), Mohammad Brim (Flüchtlingssozialarbeit), Alexandra Franke (Diözesanbeauftragte für Flüchtlingshilfe), Bischof Dominicus, Maren Wilmes (Geschäftsführerin des Caritasverbandes).
Zugleich kritisierte der Bischof die derzeitige Praxis beim Familiennachzug für Geflüchtete. Vielen ist es durch die Kontingentierung nicht möglich, ihre nächsten Angehörigen zu sich nach Deutschland zu holen. „Das Grundrecht auf Familie ist für diese Menschen außer Kraft gesetzt worden“, so Bischof Dominicus. Die Sorge um ihre Familien führe dann dazu, dass die Integration in Deutschland erschwert wird.
„Für unsere Arbeit im Bereich Migration brauchen wir verlässliche Rahmenbedingungen“, sagte die Geschäftsführerin des Caritasverbandes für die Stadt und den Landkreis Osnabrück, Maren Wilmes, im Gespräch mit Bischof Dominicus. Bislang fehle es jedoch an langfristig gesicherten Förderstrukturen. Darüber hinaus wünscht Maren Wilmes sich ein stärkeres gesellschaftliches Bewusstsein dafür, dass Deutschland ein Einwanderungsland sei. „Zuwanderung bedeutet Teilhabe, Vielfalt und gemeinsame Verantwortung – sie bereichert unsere Gesellschaft und ist ein zentraler Bestandteil ihres Zusammenhalts und ihrer Zukunftsfähigkeit.“
Migrationsberatung ist für 3000 Menschen in Stadt und Landkreis da
Der Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Osnabrück bietet verschiedene Dienste für Migrantinnen und Migranten an, von der Asylverfahrensberatung in den Landesaufnahmebehörden, über die Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte bis hin zur Unterstützung bei der Arbeitssuche. Insgesamt arbeiten in den Beratungsstellen in Osnabrück, Georgsmarienhütte, Melle, Bad Essen, Bersenbrück, Quakenbrück, Fürstenau und Bramsche 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die jährlich etwa 3000 Klientinnen und Klienten beraten.
Während der „Woche zur katholischen Flüchtlingshilfe“, die bis 5. Oktober geht, soll das vielfältige Engagement der katholischen Kirche für schutzsuchende Menschen besonders ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden. „Die Woche ist wichtig, weil sich damit auch die Kirche aktiv und sichtbar in die gesellschaftliche Debatte um Flucht, Migration und Integration einbringt“, sagt Alexandra Franke, die in diesem Jahr von Bischof Dominicus als Diözesanbeauftragte für Flüchtlingshilfe beauftragt wurde.
Ein Beispiel für die Initiativen dieser Woche ist das Kunst- und Kulturprojekt zur Demokratieförderung „Vielfalt in Osnabrück“: Mit Plakaten in der Stadt, Audio-Interviews und Social-Media-Beiträgen rückt der Caritasverband individuelle Geschichten von Geflüchteten ins Licht. Die Texte in den Videos werden gesprochen von Schauspielerinnen und Schauspielern des Osnabrücker Theaters.
Weitere Infos dazu auf dem Instagram-Kanal caritas.os_migration